Änderungen beim Zivildienst in Österreich – ZDG Novelle 2019? – Krankenstand, Träger, Schulungen

Der Zivildienst zählt in Österreich, aber auch z.B. im Nachbarland Deutschland zu den Leistungen und Tätigkeiten, die auf viele männliche Personen nach der Matura zukommen. Im Jahr 2019 gibt es in Österreich einige Änderungen beim Zivildienst und so tritt das neue Zivildienstgesetz in Kraft.

Zu den essentiellen Änderungen, die auf die Zivildiener zukommen zählt unter anderem, dass eine Schulung in Staatsbürgerschaftskunde durchlaufen werden muss. Darüber hinaus gibt es neue Regelungen bei Erkrankungen, die bei einer längeren Dauer schneller dazu führen können, dass man aus dem Dienst entlassen wird.

In der Praxis ändern sich einiges für die Zivildiener in Österreich. Grundsätzlich wurde die Anpassung des Krankenstandes vollzogen und so sind es nicht mehr nur 21, sondern gleich 24 Tage, die der Zivildiener während der Zeit im Krankenstand sein darf.

Sollte es dazu kommen, dass er häufiger krank ist, so kann er entlassen werden. Zu einem späteren Zeitpunkt besteht dann die Möglichkeit, dass die noch verbliebene Dienstzeit an einem anderen Einsatzort nachgeholt werden kann.

Obacht: Früher war es möglich, dass der Dienst nur dann beendigt wurde, wenn man 18 Tage am Stück dienstunfähig war. Wer zwischendurch einen Tag zum Dienst erschienen war, konnte diesen weiterhin antreten und konnte nicht entlassen werden.

Wichtig: Bezahlung und Verpflegungsgeld: Wieviel erhalte ich im Zivildienst?

Staatsbürgerschaftskunde – für jeden Zivildiener digital verpflichtend

Komplett neu und zukunftsweisend ist die Einführung der so genannten Staatsbürgerschaftskunde, die in Österreich jetzt verpflichtend wahrgenommen werden muss.

In der Praxis handelt es sich um ein Online Programm, dass via E Learning Software durchlaufen werden muss. In dem Tool soll man sich digital über die Pflichten des Zivildienstes in Österreich informieren können. Darüber hinaus wird man auch über die Rechte während der Zeit informiert.

Grundsätzlich dient das neue E Learning Tool darüber, dass man genau erkennt, was alles zum Zivildienst in Österreich dazu gehört und z.B. beachtet werden sollte.

Das Lernprogramm muss in jedem Fall verpflichtend durchgeführt werden und darüber hinaus ist es erforderlich, dass es alle 3 Jahre wiederholt wird.

Wo erhalte ich offizielle Informationen zum Zivildienst in Österreich?

Es gibt die Möglichkeit, offizielle Informationen zum Thema Zivildienst in Österreich auf der Homepage https://www.zivildienst.gv.at/ zu erhalten. Hier finden sich unter anderem allgemeine Informationen rund um den Zivildienst und natürlich auch Informationen zu möglichen Stellen. Die Stellenbörse kann dabei helfen, ein passendes Angebot wahrzunehmen.

Wie lange dauert der Zivildienst in Österreich? :- Dauer

In Österreich haben männliche Staatsbürger die Verpflichtung, an der Wehrpflicht teilzunehmen. Alternativ kann der Zivildienst als so genannter Wehrersatzdienst angetreten werden.

Der Zivildienst kann nach Abgabe der Zivildiensterklärung angetreten werden. Er wird auf einen Zeitraum von 9 Monaten festgeschrieben.

Es ist erforderlich, dass der Zivildienst am Stück geleistet wird. Bis zum 35. Lebensjahr kann der Zivildienst in Österreich zugewiesen werden.

Was verdiene ich während es Zivildienstes? – Bezahlung Zivildienst in Österreich

Wer als Zivildiener in Österreich angestellt ist erhält eine monatliche Grundvergütung in Höhe von 339,00 Euro je Monat.

Die Vergütung wird bis zum 15. Des Monats an den Zivildiener ausbezahlt. Während der gesamten Zeit des Zivildienstes ist man krankenversichert sowie als auch unfallversichert. Darüber hinaus muss man keine Servicegebühren für die e-card bezahlen und auch eine Rezeptgebühr wird nicht erhoben.

Grundsätzlich werden die Zeiten des Zivildienstes auch entsprechend des allgemeinen Pensionsgesetzes erfasst und dem Pensionskonto gutgeschrieben.

Wie bin ich als Zivildiener versichert?

Wer in Österreich den Zivildienst beginnt, wird zu Beginn des Dienstes durch die Zivildienstserviceagentur bei der zuständigen Gebietskrankenkasse angemeldet. Diese ist dort, wo der Zivildienstleistende seinen Hauptwohnsitz hat. Zu beachten ist, dass man nach Abschluss des Zivildienstes wieder selbst versichert.

Das bedeutet konkret, dass man z.B. über den neuen Arbeitgeber oder über den früheren Arbeitgeber versichert wird, oder dass man z.B. eine studentische Versicherung hat, wenn man ein Studium beginnt oder dieses nach dem Zivildienst wieder aufnimmt.

Wie werde ich während des Zivildienstes verpflegt?

Wer den Zivildienst in Österreich leistet wird während dieser Zeit durch die Einrichtung verpflegt. Das bedeutet, dass zum Beispiel häufig eine so genannte Naturalverpflegung stattfindet.

Alternativ ist es möglich, dass die Einrichtung ein so genanntes Verpflegungsgeld bezahlt. Der Zivildiener darf nicht entscheiden, ob er sich für die Naturalverpflegung oder für das Verpflegungsgeld entscheidet.

Die Verordnung zur Verpflegung in der Einrichtung informiert darüber, welche Art der Verpflegung in der Praxis stattfindet.

Es ist erforderlich, dass die Verpflegung an jedem Tag des Zivildienstes angeboten wird. Das bedeutet, dass man auch während der dienstfreien Tage und an den so genannten Krankenstandstagen Anspruch darauf hat, wenn man nicht durch den Krankenversicherungsträger oder durch den Unfallversicherungsträger verpflegt wird.

Bei der so genannten Naturalverpflegung ist es erforderlich, dass ein Frühstück wahrgenommen werden kann sowie eine Hauptmahlzeit, die warm serviert wird.

Darüber hinaus ist es erforderlich, dass eine weitere Mahlzeit eingenommen werden kann. Zu berücksichtigen ist, dass bei der Nahrung religiöse Gebote auf ärztliche Anordnung beachtet werden müssen. Es ist möglich, dass die Einrichtung eine Bestätigung des Arztes anfordern kann.

Das alternativ gezahlte Verpflegungsgeld beläuft sich auf täglich maximal 16 Euro.

Es ist möglich, dass Abzüge zu vollziehen sind, sofern z.B. bestimmte Leistungen oder Bedingungen erfüllt werden. Abzüge sind z.B. möglich, wenn eine Kochgelegenheit zur Verfügung gestellt wird, oder wenn es sich um eine Tätigkeit mit überwiegend geringer körperlicher Belastung handelt.

Auch wenn das Dienst am gleichbleibenden Dienstort verrichtet wird, ist ein Abzug in Höhe von 15% möglich.

David Reisner

David Reisner

Ich bin 1987 in Graz geboren und ebenfalls in Graz wohnhaft. Seit 2003 beschäftige ich mich mit der Gestaltung von Finanz-Informationsseiten und setze mich tagtäglich mit einem breiten Spektrum an Themen auseinander. Neben Fokus auf Finanzen interessieren mich auch Nachrichten aus den verschiedensten Bereichen wie Kryptowährungen und Aktienkurse sowie die Entwicklung der Wirtschaft in Österreich. Als Betreiber von finanzer.at liegt mein Fokus darauf, Informationen für LeserInnen aufzubereiten und mit aktuellen Vergleichen dabei zu helfen, die besten Produkte und Lösungen zu finden.