Zahnzusatzversicherung in Österreich

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In der Regel übernimmt die gesetzliche Pflichtversicherung in Österreich die anfallenden Kosten für einen notwendigen Zahnarztbesuch. Leider werden nicht alle Behandlungsarten abgedeckt, so sind u.a. die Kosten für eine professionelle Mundhygiene selbst zu tragen. Hier kommen die privaten Zahnzusatzversicherungen ins Spiel.

Private Krankenversicherung & Zahnversicherungen

Die Zahnzusatzversicherungen in Österreich orientieren sich an einem sechs Säulen Modell. Jede dieser Säulen stellt dabei eine unterschiedliche Stufe der Versicherung dar. Während die erste Säule den allgemeinen Zahnersatz abdeckt, so umfasst die zweite Sparte bereits Zahnimplantate.

Mit der dritten Versicherungsstufe werde funktionsanalytische Maßnahmen abgedeckt. Darunter fallen u.a. Kiefergelenkpositionen. Keramische Verblendungen bei Brücken und Kronen wie auch die allgemeinen Versorgung der Backenzähne sind in der Stufe 4 versichert. Die fünfte Sparte deckt hochwertigere Füllungen ab, die sogenannten Inlaysfüllungen, ebenso sind in dieser Gruppe Füllungen aus Gold und Keramik eingeschlossen. Sonstige Zahnbehandlungen, wie Laserbehandlungen und Zahnreinigungen fallen in die letzte Stufe.

Kostenübernahme durch die Versicherung

Vor allem bei einer Komplettsanierung des Gebisses kann es für den behandelten Patienten teuer werden. Eine solche Behandlung geht in die tausende. Hier greift eine private Zahnzusatzversicherung, sofern diese abgeschlossen ist. Herkömmliche Versicherungen übernehmen hingegen einen nur wirklich kleinen Teil der anfallenden Kosten.

Doch selbst mit dem Abschluss einer Zusatzversicherung, kann es noch teuer werden. Oft werden Beiträge von bis zu 2000 Euro im Jahr fällig. Trotzdem ist keine 100% Absicherung geboten.

Grundsätzlich gibt Unterschiede bei den Anbietern. Die Auslagen sind zwischen 50 und 80 Prozent. Besonders interessant ist das Modell des ‚zusätzlichen Selbstbehaltes pro Jahr‚, nachdem ein festgelegter Tarif die Prämien senkt.

Worauf gilt es beim Abschluss einer Zusatzversicherung zu achten?

Als erstes ist anzumerken, dass keine der gebotenen Versicherungen eine Kostenabdeckung von 100% übernimmt. In der Regel bieten die Zahnzusatzversicherungen eine Kostenübernahme von 50 bis 80%. Hier gilt es den Prozentsatz der einzelnen Versicherungen zu vergleichen. Auch bei den angebotenen Tarifen gilt es einen Vergleich anzustellen. Überlegen sollte man sich auch, welche Versicherungsleistungen tatsächlich übernommen werden sollen und benötigt werden. Auch das Alter spielt eine zentrale Rolle beim Abschluss der Versicherung. Je jünger, desto besser sind die gebotenen Leistungen.

Besonders unangenehm, aber leider Realität ist, das Versicherungsunternehmen häufig versuchen nicht benötigte Zusatzleistungen in den Versicherungsvertrag aufzunehmen. Ebenfalls ist bei Kombi-Tarifen ein genaueres Hinsehen notwendig. In Österreich bietet es sich an einzelne Leistungen zu buchen, statt sich für ein Versicherungspaket auszusprechen. So kann die Versicherung auch auf die tatsächlich benötigten Leistungen abgestimmt werden.

Grundsätzlich ist die Zahnzusatzversicherung in Österreich eine freiwillige Versicherung, die mit einer Sperrfrist von bis zu sechs Monaten kommen kann. Was das bedeutet? Das in den ersten sechs Monaten der Versicherung keine Kostenübernahmen für Leitungen stattfinden.
Gerade in Österreich ist der Markt der Zahnzusatzversicherungen noch sehr überschaubar, weniger erschlossen und daher weniger effizient. Einhergehend damit haben die Versicherungen wesentlich mehr Handlungsspielraum in Bezug auf Integration anderer Versicherungsleistungen. Oft ist der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung in Kombination mit einer generellen privaten Krankenversicherung erhältlich. Auch werden die Beiträge generell als viel zu hoch eingestuft.

Anbieter auf dem Markt

Der Markt der Zahnzusatzversicherungen in Österreich ist noch nicht wirklich erschlossen und in den meisten Fällen ist eine Versicherung für das Gebiss mit dem Abschluss einer allgemeinen privaten Krankenversicherungen erreicht.
Anbieter, die ausschließlich eine Zahnzusatzversicherung anbieten sind u.a. Wiener Städtische, Uniqa, Allianz, Donau, Merkur und Generali.
Neben den einzelnen Anbietern, sind auch bei diesen unterschiedliche Tarife und Versicherungsmodelle abschließbar. Im Folgenden wird explizit als Fallbeispiel die Versicherung Generali und ihre Zahnzusatzversicherungsmodelle dargestellt.

Generali gilt als die Versicherung mit der höchsten Kostenübernahme und -abdeckung in den einzelnen zu versichernden Bereichen. Sie bietet drei verschiedene Versicherungsmodelle bzw. Pläne an, aus denen der Versicherte auswählen kann. Damit werden unterschiedliche Absicherungsvarianten geboten; je nach individuellem Bedarf des zu Versichernden.

    Stiftung Warentest hat alle drei Tarifstufen mit einem ‚Gut‘ ausgezeichnet.

Dabei werden die einzelnen Leistungen in unterschiedlichen Staffelungen abgedeckt. Während in Plan1 eine Kostenübernahme von 90% bei Zahnersatz und Inlay geboten werden, sind es lediglich 80% bei Plan2 und 70% bei Plan3.

Kieferorthopädische Behandlungen sind ganz ausgeschlossen in der Versicherung. Dies wirkt sich vor allem nachteilig für junge Generationen aus, die somit keine adäquate Absicherung erhalten. Möchte man eine Versicherung bei der Generali abschließen, so ist zu Beginn ein Gesundheitsfragebogen auszufüllen, der Vorerkrankungen erschließt und möglichst ein vollständiges Bild der Krankengeschichte des Versicherten zeichnet. Besonderheit bei Abschluss ist, das für bereits bestehende notwendige Behandlung keine Kostenerstattung vorgesehen wird.

Wie hoch ist die Prämie?

Der Beitrag richtet sich nach dem Einstiegsalter sowie den gewählten Tarifleistungen. Je älter man wird, desto höher werden auch die Beiträge. Auch Leistungen wie Zahnersatz und Prophylaxe sind mit einem günstigeren Tarif im jungen Alter verstehen, als bei älteren Versicherten. Das Modell der Generali orientiert sich nach dem Prinzip der Lebensversicherung. So können Altersrückstellungen gebildet werden. Es gelten allgemeine Wartezeiten von acht Monaten, bevor die Versicherung in ihrer Leistungserstattung greift. Diese Wartezeit entfällt, wenn aufgrund eines Unfalls eine Behandlung notwendig wird. Ebenfalls greift in den ersten fünf Versicherungsjahren eine Zahnstaffel, die eine maximale Erstattung begrenzt.
Plan1 ist für etwa 37 Euro monatlich erhältlich, während Plan2 etwa 26 Euro und Plan3 lediglich 13 Euro monatlichen Beitrag fordern.

Uniqa, als ein weiterer Anbieter beginnt seine Versicherungsleistungen mit einem monatlichen Beitrag von 50 Euro. Der maximale Beitrag beläuft sich auf 100 Euro. Kinder und Jugendliche werden unter gesonderten Tarifen geregelt.

David Reisner

David Reisner

Ich bin 1987 in Graz geboren und ebenfalls in Graz wohnhaft. Seit 2003 beschäftige ich mich mit der Gestaltung von Finanz-Informationsseiten und setze mich tagtäglich mit einem breiten Spektrum an Themen auseinander. Neben Fokus auf Finanzen interessieren mich auch Nachrichten aus den verschiedensten Bereichen wie Kryptowährungen und Aktienkurse sowie die Entwicklung der Wirtschaft in Österreich. Als Betreiber von finanzer.at liegt mein Fokus darauf, Informationen für LeserInnen aufzubereiten und mit aktuellen Vergleichen dabei zu helfen, die besten Produkte und Lösungen zu finden.