Wifo: Massiver Corona-Schock für Österreichs Wirtschaft

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Die Wirtschaft in Österreich ist wegen der Coronakrise bereits im ersten Quartal um etwa zweieinhalb Prozent gesunken.

Dies ist für das Land ein massiver Schock und auch die Prognosen für das zweite Quartal sehen eher düster aus und dies werde laut den Wirtschaftsexperten das wohl Schwächste werden, das das Land jemals erlebt hat.

  • Laut einer Wifo-Einschätzung schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 2,7 Prozent.
  • Im Vergleich zum vorherigen Quartal sind dies 2,5 Prozent weniger. Einen Rückgang in einer derartigen Größenordnung hatte es im Land das letzte Mal während der Finanzmarktkrise in den Jahren 2008 und 2009 gegeben.

Handel, Verkehr, Hotels und Gastronomie sind am stärksten betroffen

Vor allem wurden im ersten Quartal wegen der seit Mitte März erhobenen Maßnahmen gegen die Pandemie die Bereiche Verkehr, Handel, Hotels und Gastronomie mit mehr als sieben Prozent Rückgang sowie auch andere Dienstleistungen mit etwa minus acht Prozent in Mitleidenschaft gezogen.

Vor allem der Handel und die Dienstleistungen waren von den gegen diese Corona-Ausbreitung gerichteten Maßnahmen stark betroffen.

  • Deshalb sank die Wertschöpfung nun in dem ersten Quartal vor allem im Sektor Instandhaltung, Handel und Reparatur von Kfz, Hotels und Gastronomie um 7,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr um 7,5 Prozent gegenüber dem letzten Quartal des Jahres 2019.
  • Mit etwa 1,5 Prozentpunkten an dem negativen Wachstumsbeitrag entsprach das mehr als der Hälfte des Rückganges des Bruttoinlandsproduktes im ersten Quartal.

Unmittelbar gestützt wurde diese Wertschöpfungsentwicklung des ersten Quartals von Dienstleistungen, bei welchen kein unmittelbarer persönlicher Kontakt notwendig ist bzw. wo die Tätigkeiten auch mithilfe von Online-Kommunikation möglich waren.

Ebenfalls positiv trug die Verwaltung bei. So verlief die Konjunktur am Bau bis zum Ausbruch der Corona-Krise besonders gut. Durch das verhältnismäßig gute Wetter und eine positive Auftragslage hatte das Baugewerbe einen besonders starken Jahresauftakt. Lediglich in der zweiten Hälfte des Monats März belasteten Baustellenschließungen die Wirtschaft, dass die Wertschöpfung in diesem Quartal um circa 0,5 Prozent sank.

Wie geht es mit der Wirtschaft in Österreich weiter?

Auch die Prognosen für die kommenden zwei Quartale sehen für die Wirtschaft in Österreich nicht besser aus. In der Industrie intensivierten sich die Produktionsausfälle auch im März weiter, nachdem die Dynamik schon im letzten Jahr nachgelassen hatte.

Hierbei hatte sich die Schwäche des letzten Quartals aus dem Jahr 2019 verschärft und weiter fortgesetzt, nachdem es im Januar und Februar ein Anhaken der Erwartungen und im Februar dann eine Bodenbildung stattgefunden hatte. So kam es bei der Warenherstellung, im Bergbau, in der Energie- und Wasserversorgung und in der Abfallentsorgung bis zum März zu einer Verminderung von 5,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

David Reisner

David Reisner

Ich bin 1987 in Graz geboren und ebenfalls in Graz wohnhaft. Seit 2003 beschäftige ich mich mit der Gestaltung von Finanz-Informationsseiten und setze mich tagtäglich mit einem breiten Spektrum an Themen auseinander. Neben Fokus auf Finanzen interessieren mich auch Nachrichten aus den verschiedensten Bereichen wie Kryptowährungen und Aktienkurse sowie die Entwicklung der Wirtschaft in Österreich. Als Betreiber von finanzer.at liegt mein Fokus darauf, Informationen für LeserInnen aufzubereiten und mit aktuellen Vergleichen dabei zu helfen, die besten Produkte und Lösungen zu finden.