Überstunden in Österreich – Bezahlung, Überstundenpauschale, Rechte, Zeitausgleich

Wichtig: Überstunden Zuschläge berechnen!

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Überstunden gehören in Österreich in einigen Branchen schon fast zum Alltag. Im Bereich Hotellerie oder Gastronomie ist es häufig der Fall, dass Überstunden anfallen.

Bei Überstunden handelt es sich um Arbeitszeiten, die gesetzlich zulässig sind, die jedoch über das im Arbeitsvertrag vereinbarte Maß der Arbeit hinausgehen. Zahlreiche Arbeitnehmer leisten im Alltag häufig Überstunden, die natürlich auch bezahlt werden.

Zum Teil gibt es Zuschläge, wenn diese Überstunden am Wochenende, oder aber auch zum Beispiel unter der Woche am Abend geleistet werden. Auch an Feiertagen können Arbeitszeiten oder Überstunden geleistet werden, was natürlich besonders vergütet wird.

Was ist die Normalarbeitszeit in Österreich?

In Österreich gibt es in der Regel eine Normalarbeitszeit, die bei 40 Stunden in der Woche liegt. Die tägliche Arbeitszeit liegt bei 8 Stunden.

Wichtig: Überstunden Zuschläge berechnen!

12 Stunden Tag in Österreich

Natürlich gibt es in Österreich inzwischen auch den 12 Stunden Tag, der zulässig ist, der jedoch auch die Normalarbeitszeit überschreitet und für den es besondere Regelungen gibt, die zu beachten sind.

Es ist möglich, dass die 40 Stunden Arbeitszeit in der Woche sowie die 8 Stunden Arbeitszeit am Tag im Rahmen der gesetzlichen Zulässigkeit deutlich erweitert wird, oder aber auch verlängert wird.

Wie hoch ist die maximale Arbeitszeit je Woche?

Die maximale Arbeitszeit je Woche liegt bei 60 Stunden. Diese darf gesetzlich inklusive der angefallenen Überstunden nicht überschritten werden. Im Maximum ist es somit also möglich, dass statt 40 Stunden in der Woche 60 Stunden geleistet werden und damit 20 Überstunden geleistet werden.

Wer sich das Jahr im Ganzen anschaut wird feststellen, dass dieses 52 Arbeitswochen hat. Es ist im Durchschnitt nicht möglich, dass die Arbeitszeit mehr als 17 Wochen lang über 48 Stunden überschritten liegt. Somit soll verhindert werden, dass zu viel gearbeitet wird.

Wer kann mir helfen, wenn ich zu viel arbeite?

Wer z.B. in seinem Job unter Druck gesetzt wird, der wird feststellen, dass es meist nur wenige Möglichkeiten gibt, sich an die richtigen Personen zu wenden.

Wenn es im eigenen Betrieb einen Betriebsrat gibt, kann dieser kontaktiert werden.

Darüber hinaus ist es möglich, dass die Fachgewerkschaft kontaktiert wird oder sogar die Arbeitskammer. Dieser Schritt kann zunächst anonym erfolgen, so dass es nicht notwendig ist, mit dem Vorgesetzten direkt darüber zu sprechen.

Welche Regelungen gibt es zu Überstunden in Österreich?

In Österreich gibt es klare Regelungen rund um die Überstunden. Es ist nicht zwingend erforderlich, dass Überstunden getätigt werden müssen. Wer zum Beispiel Arzttermine hat oder die Kinder betreuen muss, der hat Interessen und Gründe, die wichtiger sind und anders gewichtet werden, als es bei den Interessen der Firma der Fall ist.

Wann kann ich Überstunden ablehnen? – Gründe

Wer in der Woche bereits 50 Stunden gearbeitet hat, darf ohne hin in der gleichen Woche entsprechende Überstunden ohne Begründung ablehnen.

Zu beachten ist, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei Ablehnung der Überstunden nicht benachteiligt werden dürfen – auch nicht beim Entgelt oder z.B. bei der Versetzung oder bei der Bewerbung um eine andere Position innerhalb der Firma.

  • Nicht mehr als 60 Stunden in der Woche
  • Bis zu 12 Stunden am Tag arbeiten im Maximum

Zu beachten ist, dass es möglich ist, Kündigung, die wegen der Ablehnung von Überstunden ausgesprochen wurden binnen 2 Wochen gerichtlich anzufechten. In der Praxis ist es zu empfehlen, sich im Vorfeld an den Betriebsrat zu wenden und entsprechend mit diesem im Vertraulichen zu besprechen, wie man vorgeht und wie eine Lösung aussehen kann.

Wie werden Überstunden in Österreich abgegolten? – Überstunden Zuschlag & Bezahlung

In Österreich muss für eine Überstunde mindestens ein Zuschlag in Höhe von 50% geleistet werden.

Dieser Zuschlag kann in Form von Zeit oder aber auch in Form von Geld erfolgen. Wer also eine Überstunde arbeitet, erhält 1,5 Stunden auf dem Zeitkonto gutgeschrieben. Wer in Österreich eine Überstunde in Geld ausgezahlt bekommt und z.B. 50 Euro Stundenlohn hat, erhält für eine Überstunde 75 Euro Stundenlohn gutgeschrieben.

  • Überstunden werden mit mind. 50% Zuschlag abgegolten
  • Bei 1h heißt dies 1,5h Gutschrift in Zeit oder z.B. bei 50h Stundenlohn 75 Euro Gutschrift in Euro
  • Die Vereinbarung zur Gutschrift der Überstunden sollte schriftlich erfolgen
  • Die Basis ist eine Auszahlung der Überstunden in Gehalt
  • Regelung zur Abgeltung von Überstunden kann geändert werden (schriftlich!)

Über die so genannten Kollektivverträge werden in Österreich ohne Probleme Zuschläge für Nachtarbeit sowie für Arbeit an Feiertagen und an Sonntagen definiert.

Die Kollektivverträge sorgen dafür, dass passende Überstundenzuschläge geleistet werden, die in den Verträgen genau definiert werden. Sollte es dazu kommen, dass die Zuschläge nicht gezahlt werden, ist es möglich, dass diese nachgefordert werden können, was am besten schriftlich durchgesetzt wird.

Zeitausgleich oder bezahlte Überstunden?

Im Alltag werden Überstunden in der Regel bezahlt. Das ist die Basisvereinbarung, die getroffen wurde. Es ist jedoch möglich, dass auch ein Zeitausgleich in Form von zusätzlicher Freizeit vereinbart werden kann.

Dies muss jedoch separat mit dem Arbeitgeber vereinbart werden. Es ist auch denkbar, dass eine Kombination aus Geld und Zeit gutgeschrieben wird.

So kann z.B. der Basiswert je Stunde gezahlt werden und zusätzlich ein Zuschlag in Form von Arbeitszeit auf dem Konto gutgeschrieben werden. Die genauen Vereinbarungen zur Reglung der Überstunden soll entsprechend schriftlich erfolgen. Sollte die Vereinbarung geändert werden, ist es ebenfalls wichtig, dass die Änderungen mit konkretem Datum schriftlich festgehalten werden.

Wie werden Arbeitszeit und Pausen dokumentiert?

Im Alltag müssen die Arbeitszeiten und Pausen genau dokumentiert werden. Sehr einfach ist dies, wenn eine Stempelkarte vorhanden ist, oder wenn zum Beispiel eine digitale Zeiterfassung stattfindet. Wenn dies der Fall ist, werden die Arbeitszeiten automatisch direkt erfasst und dokumentiert.

Wenn es der Fall ist, dass die Pausenzeiten entsprechend dokumentiert werden, ist alles korrekt erfasst. Sollte dies nicht der Fall sein, ist es wichtig, dass zum Beispiel der AK Zeitspeicher verwendet wird. Dieser kann kostenlos genutzt werden, um die tägliche Arbeitszeit korrekt zu erfassen und genau zu dokumentieren, wann wie viel gearbeitet worden ist.

David Reisner

David Reisner

Ich bin 1987 in Graz geboren und ebenfalls in Graz wohnhaft. Seit 2003 beschäftige ich mich mit der Gestaltung von Finanz-Informationsseiten und setze mich tagtäglich mit einem breiten Spektrum an Themen auseinander. Neben Fokus auf Finanzen interessieren mich auch Nachrichten aus den verschiedensten Bereichen wie Kryptowährungen und Aktienkurse sowie die Entwicklung der Wirtschaft in Österreich. Als Betreiber von finanzer.at liegt mein Fokus darauf, Informationen für LeserInnen aufzubereiten und mit aktuellen Vergleichen dabei zu helfen, die besten Produkte und Lösungen zu finden.