Studiengebühren Österreich 2021 – Aktuelle Regelungen

Der Großteil der österreichischen Studenten muss keine Studiengebühren bezahlen. Diese Regelung könnte sich aber mit dem Jahr 2018 ändern.

Während in manchen Fällen, beispielsweise für Langzeitstudierende oder Studierende an Fachhochschulen, Studiengebühren gelten, könnten im Jahr 2018 wesentlich mehr Studierende die spezielle Art an Studiennebenkosten zu bezahlen haben. Vor allem Langzeitstudierende und erwerbstätige Studierende könnten zukünftig noch mehr Gebühren bezahlen müssen.

Info: Die aktuell geplanten Studiengebühren 2020/2021 bzw. die Änderungen sind noch nicht konkret beschlossen. Je nach Aussage kann es sich bei diesen Änderungen teilweise auch noch um „Jahre“ handeln, bis es konkrete Änderungen gibt.

Erneut Studiengebühren für erwerbstätigte Studierende ab 2018

Mit dem Jahr 2018 strebt die Regierung in Österreich eine Erneuerung der Regelung bezüglich Studiengebühren an. Das Verfassungsgericht hat mit November 2017 die Gebührenbefreiung für alle erwerbstätigen Studierenden offiziell aufgehoben.

Info: Änderungen bei den Studiengebühren in Österreich

Ab dem Wintersemester müssten nun alle erwerbstätigen Studierenden, welche bisher eine Befreiung von Studiengebühren erhielten, erneut Studiengebühren zahlen.

Aufgrund Gesetzesänderungen könnten erwerbstätige Studierende ihre Studiengebühren aufgrund ihrer Erwerbtätigkeit nicht mehr geltend machen. Obwohl die Gesetzesänderungen vehement angefochten wurden, geschah bisher keine Reparatur des Gesetzes.

Die neue Regelung dürfte künftig rund 25.000 bis 30.000 erwerbstätige Studierende betreffen, welche bisher von Studiengebühren aufgrund ihres Verdiensts befreit waren.

Studiengebühren für Universitäten und pädagogische Hochschulen

Generell gelten an österreichischen Universitäten und pädagogischen Hochschulen für Studierende keine Studiengebühren. Hierfür müssen die Studierende jedoch gewisse Voraussetzungen erfüllen. Sie müssen ein österreichischer Staatsbürger oder EU-Bürger sein, zur Personengruppe gehören, welche dieselben Rechte für den Berufszugang wie österreichische Staatsbürger aufgrund eines völkerrechtlichen Vertrags besitzt, oder ein Flüchtling laut Konvention über die Rechtsstellung aller Flüchtlinge sein.

Diese Personen sind generell von Studiengebühren befreit, sofern sie ihr Studium in Regelstudienzeit absolvieren oder dieses Studium an der Universität nicht länger als zwei Semester überschreiten. Die Regelung gilt für Studierende aller Altersklassen. Alle ausländischen Studierende, welche nicht unter die oben genannten Befreiungsgruppen fallen, müssen generell Studiengebühren bezahlen.

Drittstaatsangehörige mit Aufenthaltsberechtigungen für Studierende müssen hierbei nicht den Standardbetrag, sondern den doppelten Betrag von Studiengebühren bezahlen. Dies bedeutet einen Aufwand an Studiengebühren in Höhe von 726,72 Euro pro Semester. Der Großteil dieser Studierenden erhält keinen Erlass oder keine Rückerstattung ihrer Studiengebühren.

Dennoch können Studierende, welche ihr Studium überschreiten und somit Studiengebühren bezahlen müssen, eine Befreiung der Gebühren beantragen. Zunächst gilt eine Befreiung für alle Studierende, welche aufgrund einer Krankheit oder Schwangerschaft für einen Mindestzeitraum von zwei Monaten an ihrem Studium gehindert werden.

Auch die Betreuung von Kindern bis einschließlich dem vollendeten 7. Lebensjahr bzw. Schuleintritt gilt als Befreiungsgrund. Auch erwerbstätige Personen mit einem Jahreseinkommen von mindestens 5683,72 Euro bzw. der vierzehnfachen Höhe der Geringfügigkeitsgrenze können bisher noch eine Befreiung der Studiengebühren beantragen.

Bei einer körperlichen wie geistigen Beeinträchtigung von mindestens 50 Prozent gelten Studiengebühren ebenfalls nicht. Auch der Bezug von Studienbeihilfe im letzten Semester oder der aktuelle Bezug sorgt für eine Befreiung von Studiengebühren.

Studiengebühren an Fachhochschulen und Privatuniversitäten

Fachhochschulen und Privatuniversitäten besitzen eine Ausnahmeregelung für Studiengebühren gegenüber öffentlichen Universitäten und pädagogischen Hochschulen. Fachhochschulen können eine Studiengebühr bis zur maximalen Höhe von 363,36 Euro pro Semester von allen Studierenden einheben.

Diese Studiengebühr ist unabhängig von Studiendauer, Staatsbürgerschaft oder Erwerbstätigkeit. Österreichweit existieren einige Ausnahmen, sodass gewisse Fachhochschulen von ihren Studierenden bisher keine Studiengebühren erheben.

Belegt ein Student an einer Fachhochschule in Österreich mehrere Studien gleichzeitig, fällt für jedes besuchte Studium eine Studiengebühr an, wodurch er diese auch mehrfach zu entrichten hat. Zudem gilt ein Studium an einer Fachhochschule in Österreich nicht als Erlassgrund für die Entrichtung von Studiengebühren an einer öffentlichen wie privaten Universität.

Bezüglich Studiengebühren an privaten Universitäten fallen diese unter gesonderte Regelungen. Private Universitäten in Österreich sind aus gesetzlicher Sicht in der Lage, nach eigenem Ermessen Studiengebühren von ihren Studierenden zu verlangen.

Die Höhe der Studiengebühren wird in den jeweiligen Ausbildungsverträgen vermerkt. Mehrfachstudien können allerdings ein Grund für eine Refundierung der Gebühren sein. Die Refundierung gilt für alle Studierenden an privaten Universitäten mit mindestens zwei Studienrichtungen.

Die Studierenden müssen hierbei in allen Studienrichtungen im Semester, in welchem die Refundierung beantragt wird, einen Leistungsnachweis erbringen. Dieser fällt für jede Studienrichtung in Höhe von mindestens 15 ECTS bzw. 8 ECTS für Doktoratsstudien aus. Der Antrag an Refundierung wird direkt beim Wissenschaftsministerium eingereicht.

Auf Erhalt einer Refundierung besteht allgemein kein Rechtsanspruch. Alle Anträge müssen für das Wintersemester bis einschließlich 30. April sowie für das Sommersemester bis 30. November eingereicht werden.

ÖH-Beitrag für alle Studierenden verpflichtend

Obwohl der Großteil der österreichischen Studierenden keine Studiengebühren bezahlen muss, fällt für diese Gruppe pro Semester dennoch ein Pflichtbeitrag an. Der ÖH-Beitrag in Höhe von ungefähr 15 Euro pro Studierenden gilt als Pflichtbeitrag für alle Studenten an einer österreichischen Bildungseinrichtung.

Der ÖH-Beitrag als Pflichtbeitrag sichert die Mitgliedschaft an der Österreichischen Hochschülerschaft. Zudem verrechnet die ÖH einen obligatorischen Beitrag für die eingeschränkte Unfallversicherung aller Studierenden. Dieser liegt derzeit bei einer Höhe von 0,36 Euro pro Studierenden und Semester.

Studiengebühren bei einem Studienwechsel

Ein Studienwechsel in Österreich ist zunächst an gewisse Bestimmungen gebunden. Ein Studienwechsel tritt ein, wenn generell eine Studienrichtung geändert wird, mindestens ein Unterrichtsfach bei Lehramtsstudien gewechselt wird, die Rückkehr zum ersten Studienfach erfolgt, wenn zwischenzeitlich eine andere Studienrichtung studiert wurde, ein Doppelstudium belegt wird, wenn Studienbeihilfe für eine andere Studienrichtung beantragt wird, sowie generell die Bildungseinrichtung gewechselt wird.

Ein Studienwechsel besitzt zunächst wesentliche Auswirkungen auf den Erhalt von Studienbeihilfe. Erhalten Studierende nach einem Studienwechsel weiterhin Studienbeihilfe, müssen jedoch Studiengebühren zahlen, können sie einen Erlass dieser Gebühren aufgrund des Erhalts der Studienbeihilfe beantragen.

Der Studienwechsel, beispielsweise beim Wechsel des Studienortes oder der Umstieg auf ein anderes Studium, bedeutet zugleich neue Regelungen für den Studierenden. Die „studienzugehörigen“ Semester sind hierbei ausschlaggebend für die Bezahlung der Studiengebühren. Steigt beispielsweise ein Student von einem Diplomstudium auf ein fachgleiches Bachelorstudium um, fallen solange keine Studiengebühren an, sofern er keine „studienzugehörigen“ Semester absolviert hat.

Alle studienrelevanten Semester werden bei einem Studienwechsel angerechnet. Die Toleranzgrenze für das Studium wird in diesem Fall angeglichen. Überschreitet der Student anschließend die Regelstudienzeit plus die zwei vorhandenen Toleranzsemester, muss er folglich Studiengebühren zahlen. Wechselt der Student jedoch das Studium und studiert eine neue Studienrichtung ohne Zugehörigkeit zum vorherigen Studium, können „semesterzugehörige“ Semester angerechnet werden.

Der ÖH-Beitrag sowie der Pflichtbeitrag für die Unfallversicherung an einer Universität bzw. pädagogischen Hochschule in Österreich muss, unabhängig vom Studienfach, auch bei einem Studienwechsel weiterhin bezahlt werden.

Die Doppelbezahlung des ÖH-Beitrags ist allerdings bei einem Studienwechsel nicht vorgesehen. Regelungen an privaten Bildungseinrichtungen und Fachhochschulen können sich von Regelungen von öffentlichen Bildungseinrichtungen unterscheiden und sollten stets dem Informationsmaterial der Bildungseinrichtung entnommen werden.

David Reisner

David Reisner

Ich bin 1987 in Graz geboren und ebenfalls in Graz wohnhaft. Seit 2003 beschäftige ich mich mit der Gestaltung von Finanz-Informationsseiten und setze mich tagtäglich mit einem breiten Spektrum an Themen auseinander. Neben Fokus auf Finanzen interessieren mich auch Nachrichten aus den verschiedensten Bereichen wie Kryptowährungen und Aktienkurse sowie die Entwicklung der Wirtschaft in Österreich. Als Betreiber von finanzer.at liegt mein Fokus darauf, Informationen für LeserInnen aufzubereiten und mit aktuellen Vergleichen dabei zu helfen, die besten Produkte und Lösungen zu finden.