Studie widerlegt Mythos: Bitcoin in Krisenzeiten kein sicherer Hafen

Inhalt

+
-

Die Coronakrise verstärkt die Radlosigkeit von Sparern. Wie soll das Geld angelegt werden, um sein Vermögen langfristig zu vermehren? Viele Anleger setzen hierzu auf den bekannten Rohstoff Gold, welches als die Krisenwährung Nummer eins gilt.

Allerdings hat der Rohstoff in den letzten Jahren Konkurrenz in Form des Bitcoins bekommen.

  • Befürworter des Bitcoins behaupten dabei, dass es Bitcoin das bessere Gold, also das Gold der Zukunft sei.
  • Dies läge vor allem daran, dass die Stückzahl limitieret ist. Aus diesem Grund wird die Bitcoin-Anlage häufig als „sicherer Hafen“ bezeichnet. Nun kommt jedoch eine neue Studie der Universität Hohenheim zu einem anderen Ergebnis.

Bitcoin-Anlagen sind krisensicher?

Der Mythos des „sicheren Hafens“ wurde in der Studie des Universität Hohenheim wiederlegt. Ergebnis dieser Studie ist sogar, dass der Bitcoin zum einen die Krisenanfälligkeit des eigenen Portfolios erhöhe und zum anderen genauso anfällig für Wirtschaftskrisen ist wie andere Geldanlagen.

So stellten die Forscherinnen und Forscher um Prof. Dr. Gehde-Trapp fest, sich in der aktuellen Situation der Bitcoin durch ein überproportionales Verlustrisiko ausgezeichnet habe. In einer Modellrechnung wurden dazu unterschiedliche Portfolios miteinander verglichen.

  • Ein Portfolie, welches allein aus Bitcoins besteht, hatte dabei bereits im ersten Quartal 2020 ein doppelt so hohes Verlustrisiko wie Anleger mit einem reinen DAX-Portfolio. Auch Mischportfolios mit einem Bitcoin-Anteil von lediglich zehn Prozent hätten danach eine gesteigertes Verlustrisiko um bis zu fünf Prozent.
  • Weiter fanden die Forscherinnen und Forscher in ihrer Studie heraus, dass wenn sich der Anteil an Bitcoins auf 20 Prozent erhöhe, so steige das Verlustrisiko um weitere 15 Prozent.

Fazit

Fazit der Studie ist, dass der Bitcoin kein „sicherer Hafen“ ist. Er erweist sich gerade in der derzeitigen Situation nicht als krisensicherer Anlage. Gleichwohl bringt Frau Prof. Dr. Gehde-Trapp zum Ausdruck, dass die die Blockchain und Kryptowährungen sicherlich große Chancen bergen würden.

Sie seien dabei jedoch eben nicht der viel beschworene „sichere Hafen“. Dies muss dem Anleger vor dem Kauf bewusst sein. Aus diesem Grund gilt für eine Minimierung des Verlustes weiterhin, dass man sein Portfolio breit streut.

Auf diesem Wege kann das Verlustrisiko gesenkt werden. Gleichwohl besteht natürlich auch in einem breiten Portfolio mit vielen unterschiedlichen Positionen keine absolute Sicherheit.

David Reisner

David Reisner

Ich bin 1987 in Graz geboren und ebenfalls in Graz wohnhaft. Seit 2003 beschäftige ich mich mit der Gestaltung von Finanz-Informationsseiten und setze mich tagtäglich mit einem breiten Spektrum an Themen auseinander. Neben Fokus auf Finanzen interessieren mich auch Nachrichten aus den verschiedensten Bereichen wie Kryptowährungen und Aktienkurse sowie die Entwicklung der Wirtschaft in Österreich. Als Betreiber von finanzer.at liegt mein Fokus darauf, Informationen für LeserInnen aufzubereiten und mit aktuellen Vergleichen dabei zu helfen, die besten Produkte und Lösungen zu finden.