Steuernummer in Österreich & Finanzamt

In der heutigen Gesellschaft, in der so vieles katalogisiert und reglementiert wird, ist eine Nummer unabdinglich: die Steuernummer. Schön oft gehört und auf jeden Fall schon gebraucht, hinterlässt sie dennoch für viele Menschen ein Fragezeichen, wenn man über sie spricht. Im folgenden Text wird versucht, diese Fragezeichen auszuräumen.

Grundsätzlich sollte bekannt sein, was denn eine Steuernummer ist. Sie wird vom Finanzamt vergeben und ist einem Steuerpflichtigem eindeutig zugeordnet. Dabei wird unterschieden, an wen sie zugeordnet wird. So wird unter einer juristischen und einer natürlichen Person unterschieden, wobei der Begriff “juristische Person” etwas irreführend anmutet, ist eine so benannte Körperschaft doch ein Betrieb, eine Genossenschaft oder ein Verein.

Unter einer natürlichen Person versteht man eine einzelne Person, egal ob selbständig oder als Angestellten. Im Normalfall erhält jede Person genau eine eindeutige Steuernummer, jedoch gibt es für bestimmte Fälle auch Personen mit mehreren Steuernummern, beispielsweise für den Fall, dass man zwei verschiedene selbständige Tätigkeiten ausführt.

Der Gang zum Finanzamt

Jetzt ist die Frage, wie man seine Steuernummer eigentlich bekommt. Sehr einfach und ohne großen eigenen Aufwand, ist die Antwort. Die Registrierung für eine Steuernummer muss beim örtlichen Finanzamt durchgeführt werden. Hierzu benötigt man lediglich ein gültiges Ausweisdokument. Nachdem die Registrierung abgeschlossen ist, wird alles weitere vom Finanzamt erledigt. Sobald die Bearbeitungen abgeschlossen sind, wird die Steuernummer der natürlichen oder juristischen Person nach Hause geschickt.

Leicht erkennen kann man sie an ihrem charakteristischen Aufbau: zwei Stellen werden von der Finanzamtsnummer abgedeckt, weitere sieben beinhalten die Steuernummer. Sollte die Neuregistrierung der Steuernummer eine juristische Person betreffen, kommt es nicht selten vor, dass das Finanzamt dieser Einrichtung einen Besuch abstattet um sich die Gegebenheiten vor Ort noch einmal bestätigen zu lassen, da die schriftliche Beschreibung oft nicht ausreicht.

Finanzamt Graz
Finanzamt Graz

Das Bankkonto für Steuerangelegenheiten

Mit der Registrierung beim Finanzamt geht die Eröffnung eines sogenannten Abgabekontos einher, was auch selbständig vom Finanzamt erledigt wird. Dieses Konto ist mit einem Normalen Bankkonto zu vergleichen. Hier werden alle Zahlungen und Umsätze verbucht, seien es Steuerabgaben oder eben auch die positivere Variante, Guthaben oder ähnliches.

Ebenso wie bei einem Bankkonto wird man über diese Bewegungen regelmäßig vom Finanzamt informiert. Dies geschieht über sogenannte Buchungsmitteilungen, ähnlich zu Kontoauszügen, welche z.B. auch über die Fälligkeit der nächsten Abgaben Bescheid geben. Zum Wohle der Nutzerfreundlichkeit kann dieses Abgabekonto auch via Internet eingesehen werden, sodass der Kontoinhaber jederzeit, bezüglich seiner Steuern, auf dem Laufenden ist.

Diese Digitalisierung hat auch Vorteile für das Finanzamt. So wird durch diese der organisatorische Aufwand erheblich verringert. Viele Akten können digital abgespeichert werden und müssen so nicht mehr ganze Räume besetzen. Außerdem hilft dieses System bei der Findung von Steuersündern. Es ist viel leichter, über eine Computersuche einen solchen ausfindig zu machen, als Unmengen von Akten per Hand durchstöbern zu müssen.

Wichtig! Wichtig! Wichtig!

Wie bei vielen rechtlichen Angelegenheiten ist es auch bei der Steuernummer so, dass es einige Dinge zu beachten gibt. Hier eine Auflistung dazu:

  • – nach dem Erhalt des Steuerbescheides hat man bis zu einem Monat Zeit, alle Abgaben fristgerecht zu entrichten; insofern dieser Tag auf einen Feier-, Sams- oder Sonntag fällt gilt der nächste Werktag als letzter Tag der Frist
  • Gezahlt werden kann mit allen üblichen zivilen Formen der Geldüberweisung
  • eine Zahlung gilt auch am letzten Tag als getätigt, falls sie an diesem auch in Auftrag gegeben wurde, sei es per Barzahlung, Erlagschein, Überweisung, Barscheck oder ähnlichem
  • Säumniszuschläge werden berechnet, sobald die Zahlung nicht fristgemäß getätigt oder die Mahnfrist nicht eingehalten wurde
  • Viele Menschen fürchten sich, wie man sieht, zu Unrecht vor der Beschäftigung mit der Steuernummer. Es ist, wie bei vielem was mit Verpflichtungen und Rechtlichem zu tun hat, bei genauerem Betrachten keine Hexerei. Die meiste Arbeit erledigt das Finanzamt und solange man die vorgegebenen Fristen einhält, wird man nie ein Problem mit der Steuernummer bekommen.
David Reisner

David Reisner

Ich bin 1987 in Graz geboren und ebenfalls in Graz wohnhaft. Seit 2003 beschäftige ich mich mit der Gestaltung von Finanz-Informationsseiten und setze mich tagtäglich mit einem breiten Spektrum an Themen auseinander. Neben Fokus auf Finanzen interessieren mich auch Nachrichten aus den verschiedensten Bereichen wie Kryptowährungen und Aktienkurse sowie die Entwicklung der Wirtschaft in Österreich. Als Betreiber von finanzer.at liegt mein Fokus darauf, Informationen für LeserInnen aufzubereiten und mit aktuellen Vergleichen dabei zu helfen, die besten Produkte und Lösungen zu finden.