Pendlerpauschale 2020 in Österreich

Inhalt

+
-

Die Pendlerpauschale spielt 2020 in Österreich eine entscheidende Rolle. Dieser Ratgeber informiert darüber, ob entsprechend Anspruch auf eine Pendlerpauschale besteht und in welcher Höhe.

Grundsätzlich haben die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen Verkehrsabsetzbetrag in Höhe von 400 Euro – zusätzlich kann aber die kleine oder die große Pendlerpauschale greifen. Zu beachten sind vor allem Distanzen und Verkehrsmittel.

Info: Beim Pendlerpauschale 2020 gab es aktuell keine uns bekannten Erhöhungen/Änderungen.

Was ist bei der Pendlerpauschale 2020 aktuell?

Grundsätzlich ist anzumerken, dass die Pendlerpauschale auch 2020 noch greift. Das bedeutet, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer das Recht haben entsprechend der Pendlerpauschale abzurechnen, bzw. Kilometer und Fahrtkosten geltend zu machen.

Die aktuell gültige Regelung zur Pendlerpauschale ist bereits seit 2014 aktiv und kann ohne Probleme genutzt werden. Dieser Ratgeber soll dabei helfen, die Pendlerregelung für Österreich zu verstehen und entsprechend zu berechnen, wie die Pauschale genutzt werden kann.
Es ist zu differenzieren zwischen der kleinen und der großen Pendlerpauschale. Beide Pauschalen sind davon abhängig, wie groß die Entfernung ist. Das bedeutet, dass es Szenarien gibt, bei denen die kleine Pendlerpauschale greift und Szenarien, bei denen die große Pendlerpauschale angewandt werden kann.

Wann kommt die kleine Pendlerpauschale 2020 in Österreich zum Einsatz?

Die kleine Pendlerpauschale ist immer dann anzuwenden, wenn der Arbeitsplatz mindestens 20 Kilometer von der Wohnung, bzw. dem zu Hause entfernt ist und es zumutbar und möglich ist, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen.

Dabei ist anzumerken, dass die Wegstrecke sich aus Straßenkilometern, Kilometern in Bus und Bahn sowie Gehwegen zusammensetzt. Die schnelle Verbindung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, bzw. eine Kombination anzunehmen. Grundsätzlich ist die Höhe der kleinen Pendlerpauschale auch davon abhängig, wie groß die Distanz insgesamt ist.

Anbei eine Übersicht zur kleinen Pendlerpauschale in Österreich:

  • Distanz mehr als 20 Kilometer = 696 Euro im Jahr bzw. 58 Euro im Monat
  • Distanz mehr als 40 Kilometer = 1.356 Euro im Jahr bzw. 113 Euro im Monat
  • Distanz mehr als 60 Kilometer = 2.016 Euro im Jahr bzw. 168 Euro im Monat

Je nachdem, wie groß die Distanz zur Arbeit ist, sind es also verschiedene Summen, die hier steuerlich geltend gemacht werden können. Hinzu gerechnet werden muss der so genannte Pendlereuro.

Das bedeutet, dass pro Kilometer 1 Euro für den Hinweg sowie für den Rückweg einmal im Jahr abgesetzt werden kann. Wer also 50 Kilometer zur Arbeit fährt (2x weil Hin- und Rückweg), der kann insgesamt 100 Euro Pendlereuro geltend machen.

Wann kommt 2020 in Österreich die große Pendlerpauschale zur Anwendung?

Die große Pendlerpauschale ist immer dann anzuwenden, wenn der Weg zwischen dem Arbeitsplatz und der Wohnung mindestens 2 Kilometer lang ist und die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel überwiegend nicht zumutbar ist.
Das bedeutet konkret, dass zum Beispiel keine Bus oder Bahnverbindung vorhanden ist, oder aber auch, dass z.B. zu den Zeiten, in denen man zur Arbeit aufbrechen muss, oder zu denen man von der Arbeit zurück kommt, keine entsprechende Verbindung vorhanden ist.
Es gibt viele Gründe, die dazu führen, dass die große Pendlerpauschale in Österreich angewandt wird. Dies ist nicht nur dann der Fall, wenn es keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt, sondern auch wenn z.B. eine Gehbehinderung oder eine dauernde Gesundheitsschädigung vorliegt. Anzumerken ist, dass auch eine entsprechende Eintragung im Behindertenpass dazu führt, dass die große Pendlerpauschale angewandt wird.
Auch wenn die Fahrdauer mit den öffentlichen Verkehrsmittel bei mehr als 120 Minuten, sprich bei mehr als 2 Stunden liegt, führt dies dazu, dass die große Pendlerpauschale angewandt werden kann.

Wichtig: sollte die Wegzeit für die einfache Wegstrecke zur Arbeit nicht mehr als 60 Minuten sein, ist es durchaus möglich, dass die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zumutbar ist.

Wie viel Geld erhalte ich durch die große Pendlerpauschale zurück erstattet?

Die große Pendlerpauschale ist wie auch die kleine Pendlerpauschale von verschiedenen Faktoren abhängig. Vor allem die Entfernung spielt hier eine Rolle.

  • Distanz mehr als 2 Kilometer = 372 Euro im Jahr bzw. 31 Euro im Monat
  • Distanz von 20 bis 40 Kilometer = 1.476 Euro im Jahr bzw. 123 Euro im Monat
  • Distanz von 40 bis 60 Kilometer = 2.568 Euro im Jahr bzw. 214 Euro im Monat
  • Distanz mehr als 60 Kilometer = 3.672 Euro im Jahr bzw. 306 Euro im Monat

Ergänzend muss hier erwähnt werden, dass auch der so genannte Pendlereuro gezahlt wird. Das bedeutet, dass einmal im Jahr für jeden Kilometer des Hinweges als auch des Rückweges 1 Euro gezahlt wird. Wer also 70 Kilometer hin und zurück fährt, kann einmal im Jahr 70 Euro steuerlich geltend machen.

Welche Faktoren spielen bei der Berechnung der Fahrtdauer für die Pendlerpauschale eine Rolle?

Grundsätzlich ist die Wegzeit vom Verlassen der eigenen Wohnung bis zum Einstieg in das öffentliche Verkehrsmittel zu beachten. Hinzu kommt die Fahrtdauer des öffentlichen Verkehrsmittels. Grundsätzlich muss hier das schnellste Verkehrsmittel angenommen werden.

Das bedeutet, dass eine U-Bahn gegenüber dem Bus einen Vorrang hat. Wartezeiten beim Umsteigen müssen ebenfalls angewandt und berechnet werden genau wie der Weg vom verlassen der Bahn bis zum Arbeitsplatz. Sollten Wartezeiten bis zum Beginn der Arbeit anfallen, so ist es notwendig, dass diese ebenfalls berechnet werden.

Wenn die gesamte Zeit summiert wurde, ist die komplette Fahrtdauer für eine Strecke berechnet. Wenn der Heimweg berechnet werden soll, ist es erforderlich, dass der gleiche Prozess von der Arbeit aus bis zur Haustüre gerechnet wird.

Welche Regelung gibt es für Teilzeitbeschäftigte in Österreich?

Wer nicht jeden Tag zur Arbeit pendelt, hat die Möglichkeit, dass er ab vier Arbeitstagen im Monat ebenfalls die große oder aber auch die kleine Pendlerpauschale geltend machen kann. Grundsätzlich ist es wichtig, dass für die volle Pendlerpauschale 2020 natürlich die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt werden müssen.

Das bedeutet, dass man an mehr als 50% der Arbeitstages des Monats zur Arbeit fährt. Bei einem regulären Monat mit 20 Arbeitstagen entspricht dies einem Anteil von 11 Arbeitstagen im Monat, an denen man zur Arbeit fährt.
Wer zwei Drittel der Pendlerpauschale absetzen möchte, kann dies tun, wenn er bei 20 Arbeitstagen im Monat zwischen 8 und 10 Tage zur Arbeit führt. Ein Drittel der Pendlerpauschale steuerlich geltend machen können Personen, die zumindest an 4 bis maximal 7 Tagen im Monat zur Arbeit fahren.

Wann bekomme ich in Österreich keine Pendlerpauschale?

Grundsätzlich ist anzumerken, dass es in Österreich keinen Anspruch auf Pendlerpauschale gibt, wenn der Arbeitsweg insgesamt weniger als 20 Kilometer lang ist. Gleichzeitig gibt es keine Pendlerpauschale, wenn die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel für mehr als 50% der Wegstrecke zumutbar ist, oder z.B. ein Firmenbus angeboten wird. Wichtig zu wissen ist auch, dass z.B. Feiertage sowie Urlaubstage und Krankentage die Pendlerpauschale nicht reduzieren.

Wie bekomme ich in Österreich die Pendlerpauschale 2020 ausgezahlt?

Es gibt einen Pendlerrechner, mit dem genau ermittelt werden kann, wie hoch die persönliche Pendlerpauschale und der Pendlereuro sind. Wer die entsprechende Berechnung vollzogen hat, kann mit dem Ausdruck zum Arbeitgeber, bzw. zur Arbeitgeberin und entsprechend das Geld anfordern. Alternativ besteht die Möglichkeit, das Formular L33 zu verwenden, wenn der Pendlerrechner nicht funktioniert.

Dies trifft auch dann zu, wenn der Wohnsitz nicht in Österreich, sondern zum Beispiel in Slowenien oder aber auch in Deutschland liegt. Wer sich rechtzeitig darum kümmert, dass die richtigen Formulare ausgefüllt werden, der trägt dazu bei, dass der Pendlereuro sowie die Pendlerpauschale bei der monatlichen Lohnberechnung direkt beachtet werden können.
Sollte man vergessen, die entsprechenden Pauschalen geltend zu machen, so ist es möglich, dass die Pauschalen als Werbungskosten bei der ArbeitnehmerInnenveranlagung geltend gemacht werden können. Es dauert dann nur entsprechend etwas länger, bis alle Kosten geltend gemacht wurden und z.B. steuerliche Erstattungen fließen werden.

Quellen und weitere Informationen

David Reisner

David Reisner

Ich bin 1987 in Graz geboren und ebenfalls in Graz wohnhaft. Seit 2003 beschäftige ich mich mit der Gestaltung von Finanz-Informationsseiten und setze mich tagtäglich mit einem breiten Spektrum an Themen auseinander. Neben Fokus auf Finanzen interessieren mich auch Nachrichten aus den verschiedensten Bereichen wie Kryptowährungen und Aktienkurse sowie die Entwicklung der Wirtschaft in Österreich. Als Betreiber von finanzer.at liegt mein Fokus darauf, Informationen für LeserInnen aufzubereiten und mit aktuellen Vergleichen dabei zu helfen, die besten Produkte und Lösungen zu finden.