Mindestlohn 2021 in Österreich – Gehaltsgrundlagen

Der Mindestlohn 2019 in Österreich beträgt bei fast allen Kollektivverträgen 1.500 Euro, darauf haben sich WKO und ÖGB geeinigt. Es besteht eine Übergangsfrist bis 2020. Für genaue Details am Besten direkt bei der Arbeiterkammer oder Betriebsrat erkundigen oder den jeweiligen Kollektivvertrag in der aktuellen Fassung lesen.

  • Info: Es gibt in Österreich keinen generell gültigen Mindestlohn für 2021 in Österreich. Die meisten Branchen bzw. Verträge basieren jedoch auf Kollektivverträge die einen Mindestlohn vorsehen. Das Ziel ist es einen Mindestlohn im Jahr 2020/2021 von 1500 Euro zu erreichen.

In Österreich wurde im Jahr 2007 ein gesetzlicher Mindestlohn vereinbart, der seit Januar 2009 in Kraft getreten ist. Der Mindestlohn, bzw. Mindestgehalt ist dabei in sogenannten Kollektivverträgen geregelt, in einigen Bereichen gibt es auch Mindestlohntarife.

Welcher der jeweiligen Kollektivverträge zur Anwendung kommt, ist abhängig von der Branche. Wenn zum Beispiel ein Arbeitsverhältnis im Handel besteht, ist hier der Kollektivvertrag für Handelsarbeiter bzw. Handelsangestellte zuständig. Bei einer Beschäftigung in einer Elektrofirma, ist der Kollektivvertrag des metallverarbeitenden Gewerbes die Grundlage für die Bezahlung. Die Mindestlohnhöhe kann allerdings für ein und dieselbe Tätigkeit unterschiedlich sein, je nachdem welcher Kollektivvertrag bei der Firma zum Einsatz kommt.

Tipp: Für die aktuellen Konditionen und die Höhe des Mindestlohn 2017 prüfen Sie ihren Vertrag/erkundigen Sie sich eventuell beim Betriebsrat. Auch die Hotline der Arbeiterkammer Hotline der jeweiligen Regionalstelle (z.B. Steiermark, Wien,…) kann hier mit Rat und Tat weiterhelfen.

Vor Beginn einer Beschäftigung muss der Arbeitgeber dem neuen Mitarbeiter eine Auflistung der jeweiligen Einstufung vom Kollektivvertrag zeigen bzw. aushändigen. Der geltende Kollektivvertrag muss in der Firma auch zum Einsatz kommen. Die Eingruppierung richtet sich nach der Tätigkeit des Arbeitnehmers. Im Bereich der Angestellten kommt es häufig zu einer Staffelung von Dienst- bzw. Berufsjahren.

Vor Jobannahme – Mindestlohn prüfen

Wie steht es mit Lohnerhöhungen?

Verdient der Arbeitnehmer sein Geld nach einem Kollektivvertrag, hat er Anspruch auf eine Lohnerhöhung, die von der zuständigen Gewerkschaft durchgesetzt wurde.

Liegt die Bezahlung über dem vertraglichen Mindestlohn, gibt es nur Lohnerhöhungen, wenn diese von den Vertragsparteien extra vereinbart wurden (außer es gibt eine Klausel mit einer vereinbarten Lohnerhöhung im Arbeitsvertrag). Nicht überall, wo kollektivvertragliche Lohnerhöhungen vereinbart wurden, kommen dies dann auch zum Einsatz.

Mindestlohn ohne Kollektivvertrag

Gibt es in einer Brache keinen vereinbarten Kollektivvertrag und somit keine Regelungen, hat der Unternehmer die Pflicht den gesetzlichen Mindestlohn zu zahlen. Dieser ist entsprechend anzuwenden und muss unbedingt eingehalten werden. Somit ist für Arbeitnehmer gewährleistet, dass ihre Tätigkeit mit einer angemessenen Bezahlung erfolgt.

Pro Mindestlohn

  • Der Mindestlohn schützt Arbeitnehmer das Existenzminium, so ist gewährleistet, dass eine Vollzeitbeschäftigung ausreicht, um die Kosten für das tägliche Leben begleichen zu können.
  • Die Produktivität der Arbeitnehmer wird gefördert, da die festgelegte Bezahlung eine Motivation darstellt.
  • Durch den Mindestlohn werden Arbeitnehmer vor dem Lohndumping bewahrt, welche durch Arbeitskräfte aus den Niedriglohnländer entstehen kann.
  • Der Mindestlohn stärkt die Kaufkraft, besonders die Binnennachfrage wird angekurbelt. Das erarbeitete Geld fließt in den Wirtschaftskreislauf.
  • Durch den festgesetzten Mindestlohn, muss der Staat weniger Menschen finanziell unterstützen. Somit spart der Staat Ausgaben und auch die Bürokratie wird abgebaut.

Contra Mindestlohn

  • Durch den Mindestlohn ist nicht gewährleistet, dass dadurch Armut bekämpft werden kann.
  • Die Festlegung gefährdet den Arbeitsmarkt, dadurch besteht die große Gefahr, dass die sogenannten „Niedriglohnjobs“ wegfallen, und die Tätigkeiten in das Ausland verlagert werden.
  • Damit der Mindestlohn auch wirklich eingehalten wird, ist eine starke Kontrolle notwendig, was einen Haufen Bürokratie verursacht.
  • Die Bedeutung der Gewerkschaften kann stark abnehmen, da es eine Einschränkung bei der Tarifautonomie gibt.
  • Durch den Mindestlohn werden viele Dienstleitungen (zum Beispiel das Haare schneiden beim Frisör) deutlich teurer werden.

Mindestlohn im Ausland

In vielen europäischen Ländern gibt es mittlerweile einen Mindestlohn. Die Auslegung ist allerdings sehr vielfältig. Diese reichen von Mindeststundenlöhnen bis zu Mindestmonatslöhnen. Die Kontrolle und Regulierung ist sehr unterschiedlich.

David Reisner

David Reisner

Ich bin 1987 in Graz geboren und ebenfalls in Graz wohnhaft. Seit 2003 beschäftige ich mich mit der Gestaltung von Finanz-Informationsseiten und setze mich tagtäglich mit einem breiten Spektrum an Themen auseinander. Neben Fokus auf Finanzen interessieren mich auch Nachrichten aus den verschiedensten Bereichen wie Kryptowährungen und Aktienkurse sowie die Entwicklung der Wirtschaft in Österreich. Als Betreiber von finanzer.at liegt mein Fokus darauf, Informationen für LeserInnen aufzubereiten und mit aktuellen Vergleichen dabei zu helfen, die besten Produkte und Lösungen zu finden.