Krankenstand in Österreich – Krankmeldung, Entgeltfortzahlung, Krankengeld, Kündigung im Krankenstand (Regelungen)

Das Thema Krankenstand und Entgeltfortzahlung spielt in Österreich eine sehr große Rolle. Wer sich bei seinem Arbeitgeber krank meldet, hat zum Teil die Sorge, dass er schlecht behandelt wird oder dass er zum Beispiel den Arbeitsplatz verliert.

Grundsätzlich ist es daher wichtig zu wissen, welche Rechte und welche Pflichten man hat, wenn man sich auf der Arbeit krankmeldet.

Auch sollte man wissen, wie lange man eine Fortzahlung des Entgeltes verlangen kann und wie es mit dem Krankengeld aussieht. Auch das Thema Kündigung spielt beim Krankenstand eine wichtige Rolle, da es auch hier einige Regeln zu berücksichtigen gibt.

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Wichtig: Rechtzeitig beim Arbeitgeber krank melden & zum Arzt!
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Was mache ich, wenn ich erkranke und arbeitsunfähig bin?

Wer in Österreich erkrankt ist und arbeitsunfähig ist, muss dies unverzüglich melden. Das bedeutet konkret, dass man seinen Arbeitgeber darüber zu informieren hat, dass man nicht in der Lage ist, zu arbeiten.

Krankmeldung beim Arbeitgeber & ärztliche Bestätigung

Der Krankenstand muss also mitgeteilt werden. In der Regel wird dies zum Beispiel per Telefon oder aber auch schriftlich via Email mitgeteilt.

Die meisten Menschen suchen im Anschluss einen Arzt, bzw. eine Ärztin auf, um sich untersuchen zu lassen und um eine entsprechende Krankschreibung zu erhalten.

Die Regeln, ab wann eine Krankmeldung durch den Arzt vorgelegt werden muss, sind je nach Betrieb sehr unterschiedlich. In Österreich ist es jedoch rechtlich zulässig, dass man bereits ab einem eintägigen Krankenstand eine Krankenstandbestätig von seinem Arbeitnehmer verlangen kann.

Daher ist es in jedem Fall zu empfehlen, den Arzt aufzusuchen und die entsprechende Dokumentation vorzulegen.

  • Bestätigung über den Krankenstand bei Arzt/Ärztin einholen
  • Bestätigung dem Arbeitgeber vorlegen
  • Handlungshinweisen des Arztes bzw. der Ärztin folgen

Nach einer bestimmten Zeit ist es möglich, dass erneut eine Bestätigung über den Krankenstand dem Arbeitgeber vorgelegt wird, sofern dieser noch anhält.

Es ist anzumerken, dass natürlich auf dem Schriftstück, dass der Arzt anfertigt genau dokumentiert wird, wann der Krankenstand beginnt, wie lange er dauert und auch die Ursache der Erkrankung. Die Erkrankung wird dabei idR verschlüsselt dokumentiert – zum Beispiel durch einen Code aus Zahlen und Buchstaben.

Wichtig ist, dass der Arbeitgeber nicht das Recht hat, genau zu erfahren, was für eine Erkrankung vorliegt.

Sofern ein Arzt bzw. eine Ärztin bestätigt, dass der Krankenstand vorliegt, ist dies vollkommen ausreichend. Alle anderen Faktoren, die mit der Erkrankung zu tun haben, sind eine rein private Angelegenheit und gehen den Arbeitgeber nichts an, unabhängig davon, ob es sich um ein großes oder um ein kleines Unternehmen in Österreich handelt.

Warum ist die Abgabe der Krankenstandbestätigung beim Arbeitgeber wichtig?

Grundsätzlich besteht eine Pflicht des Nachweises und der Meldung des Krankenstandes in Österreich. Nur wenn man dieser Verpflichtung nachkommt ist es möglich, dass man auch das Entgelt weiterhin während des Krankenstandes gezahlt bekommt.

Wenn man der Verpflichtung nicht nachkommt ist es möglich, dass man den Anspruch auf das Entgelt verliert. Daher sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass der Krankenstand mitgeteilt wird und dass natürlich die notwendigen Krankmeldungen vorgelegt werden. In der Praxis ist es auch wichtig, dass man die Bestätigung des Krankenstandes beim Arbeitgeber einreicht, damit man nicht unentschuldigt auf der Arbeit fehlt.

  • Recht auf Fortzahlung des Entgeltes
  • Dokumentation, darüber, dass man nicht unentschuldigt fehlt
  • Kein Grund zur Kündigung

Das liegt daran, da es sonst eine Möglichkeit gibt, dass man den Job gekündigt bekommen kann. Wer dies vermeiden möchte, sollte in jedem Fall darauf achten, dass der Krankenstand bestätigt dokumentiert wird und dass auch entsprechende Belege beim Arbeitgeber eingereicht werden und dort bearbeitet werden.

Gedanken und Sorgen im Krankenstand

Viele Menschen, die in Österreich im Krankenstand sind, haben Sorge, dass sie zum Beispiel beim Einkaufen gesehen werden, oder aber auch beim Spazieren gehen.

Es kann jedoch je nach Krankenstand förderlich sein, nicht im Bett zu liegen, sondern sich zu Bewegen und an der frischen Luft zu sein.

Ob man im Krankenstand ist, oder ob es zu empfehlen ist, dass man im Bett bleibt, wird durch den behandelnden Arzt, bzw. durch die behandelnde Ärztin definiert. Es ist also wichtig, dass man sich vorher genau informiert, wozu die Ärztin, bzw. der Arzt rät.

Natürlich ist es logisch und nachvollziehbar, dass man bei einem grippalen Infekt z.B. besser im Bett bleibt und nicht draußen unterwegs ist. Wer jedoch wegen Schmerzen im Bewegungsapparat z.B. am Rücken krankgeschrieben ist, der muss unter Umständen etwas mehr Bewegung bekommen und sollte z.B. spazieren gehen.

In diesem Fall kann es natürlich hilfreich sein, wenn man entsprechend draußen unterwegs ist und seine Zeit im Krankenstand nicht komplett zu Hause im Bett verbringen muss.

Kann ich meinen Arbeitsplatz im Krankenstand verlieren? – Kündigung im Krankenstand

Wer seinen Krankenstand durch einen Arzt oder durch eine Ärztin schriftlich bestätigt bekommen hat, kann seinen Arbeitsplatz deshalb nicht verlieren. Es ist jedoch insgesamt möglich, dass man seinen Arbeitsplatz innerhalb der regulären Kündigungsfristen verlieren kann.

Daher sind die normalen Termine und Fristen bei der Kündigung einzuhalten, so wie es auch der Fall ist, wenn man sich gerade nicht im Krankenstand befindet.

Welche Bemessungsgrundlage gibt es für das Krankengeld? – Höhe

Grundsätzlich ist die Bemessungsgrundlage ein wichtiger Wert, wenn es darum geht, dass das Krankengeld berechnet wird. In der Praxis ist das letzte volle Brutto Entgelt vor dem Beginn des Krankenstandes die Grundlage der Bemessung. Je länger man Krank ist, desto geringer sind die Zahlungen, die auf Basis dieser Bemessungsgrundlage gezahlt werden. Die Summen werden auf bis zu 50% des letzten monatlichen Bruttogehaltes reduziert.

Es besteht natürlich die Möglichkeit, eine einvernehmliche Lösung mit dem Arbeitgeber zu treffen, was die Fortzahlung des Lohnes im Krankenstand angeht.

In vielen Fällen wird jedoch davon abgeraten, diesen Weg zu gehen, da es durchaus möglich ist, dass man in jedem Fall sehr viel Geld verliert, bzw. eine Regelung getroffen wird, die zum eigenen Nachteil ist und keine Vorteile bringt, sondern lediglich für den Arbeitgeber von großem Interesse sein kann und in den meisten Fällen auch tatsächlich ist.

David Reisner

David Reisner

Ich bin 1987 in Graz geboren und ebenfalls in Graz wohnhaft. Seit 2003 beschäftige ich mich mit der Gestaltung von Finanz-Informationsseiten und setze mich tagtäglich mit einem breiten Spektrum an Themen auseinander. Neben Fokus auf Finanzen interessieren mich auch Nachrichten aus den verschiedensten Bereichen wie Kryptowährungen und Aktienkurse sowie die Entwicklung der Wirtschaft in Österreich. Als Betreiber von finanzer.at liegt mein Fokus darauf, Informationen für LeserInnen aufzubereiten und mit aktuellen Vergleichen dabei zu helfen, die besten Produkte und Lösungen zu finden.
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