Kleingewerbe in Österreich anmelden – wie melde ich mein eigenes Unternehmen an?

Start ins Kleingewerbe: Genaue Kosten berechnen

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In Österreich gibt es viele Menschen, die geniale Ideen haben und daraus gerne ein eigenes Geschäftsmodell entwickeln möchten. In der Praxis ist dies oftmals sehr leicht zu durchdenken, jedoch schreiten nur wenige zur Tat und kommen auf die Idee, wirklich ein Gewerbe anzumelden.

Start ins Kleingewerbe: Genaue Kosten berechnen

Dabei muss erwähnt werden, dass ein Kleingewerbe in Österreich sehr unkompliziert angemeldet werden kann. Wer das Gewerbe angemeldet hat, kann entsprechend seinen Plänen folgen und geschäftlich tätig werden.

Kleinunternehmen & Gewinngrenze (Umsatzsteuer 2020)

  • Werden bei der unternehmerischen Tätigkeit nur Umsätze bis zu € 35.000,– (bis 2019 € 30.000,–) im Kalenderjahr erzielt, so ist der Unternehmer umsatzsteuerlich als Kleinunternehmer unecht steuerbefreit. Es ist keine Umsatzsteuer auf den Ausgangsrechnungen des Unternehmers auszuweisen und auch keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen.
  • Allerdings besteht auch kein Recht auf Vorsteuerabzug. Es kann jedoch auf die Regelbesteuerung optiert werden.
  • Diese Überlegung (Option zur Regelbesteuerung) könnte auch bereits hinsichtlich der oben angesprochenen vorweggenommenen Betriebsausgaben (Vorbereitungsaufwendungen) zwecks Erlangung des Vorsteuerabzuges für diese angestellt werden.
  • Quelle: WKO

Ein besonderer Vorteil für alle, die ein Kleingewerbe anmelden besteht darin, dass es die Option gibt, sich von der Umsatzsteuer befreien zu lassen. Dies hat den Vorteil, dass grundsätzlich erst einmal keine Umsatzsteuer gezahlt werden muss und diese auch nicht entrichtet werden muss.

Gleichzeitig darf auf den eigenen Rechnungen jedoch auch keine Umsatzsteuer ausgewiesen werden. Die regulatorischen Dinge im Bereich Kleingewerbe in Österreich sind deutlich geringer und kleiner, als es bei vielen anderen Unternehmensformen der Fall ist. Zahlreiche Dinge können inzwischen ohne Papier direkt online erledigt werden.

Welche Szenarien gibt es, um ein Kleingewerbe anzumelden?

Zahlreiche Menschen, die sich für ein Kleingewerbe interessieren, melden dieses erst einmal als solches an, weil sie testen wollen, ob ihre Idee vom Markt angenommen wird.

Ob das Gewerbe sich irgendwann größer entwickelt und entsprechend Geld damit verdient werden kann, muss sich meist in den ersten Jahren zeigen. Oftmals werden Kleingewerbe dann automatisch größer und wachsen, bis sich irgendwann die Unternehmensform ändert, weil z.B. der Umsatz zu groß wird und dies nicht mehr mit dem Mantel des Kleingewerbes zu vereinen ist. Grundsätzlich ist dies ein häufig gewählter Weg.

Es besteht jedoch auch die Option, dass das Kleingewerbe einfach ein Kleingewerbe bleibt und gar nicht erst deutlich wächst. Wer ein paar kleinere Kunden bedienen möchte und dabei das Kleingewerbe als Unternehmensform wählt, der kann perfekt arbeiten und hat dabei kaum eine Mehrbelastung zu tragen.

Grundsätzlich gibt es noch ein weiteres Szenario, was das Kleingewerbe angeht. Es besteht die Option, dass das Gewerbe gekündigt und aufgelöst wird. Dies ist häufig der Fall, wenn zum Beispiel das Gewerbe nicht rentabel erscheint, oder aber auch wenn der Aufwand zu groß wird oder zu wenig Zeit vorhanden ist, um effektiv arbeiten zu können.

Kann ich mein Kleingewerbe zum vollen Gewerbe und Hauptberuf machen?

Das hängt meist von einem selbst ab! Es gibt viele Gewerbetreibende, die erkennen, dass ihre Idee zwar mit einer Menge an Aufwand verknüpft ist, jedoch sehr viel Umsatz damit generiert werden kann. In der Praxis werden zahlreiche Kleingewerbe über einen Zeitraum von 3 bis 5 Jahren zum umfangreichen Gewerbe ausgebaut.

Das bedeutet in der Praxis, dass das entsprechende Gewerbe hinsichtlich des Umsatzes deutlich wächst und deutlich mehr verdient wird, als es in den ersten Monaten nach der Gründung der Fall gewesen ist.
Ob das eigene Gewerbe zum Hauptberuf ausreicht, muss umfangreich geprüft werden. Viele Gewerbetreibende starten mit einem Kleingewerbe, um zu erkennen, ob mit dem Kleingewerbe ein entsprechender Betrieb möglich ist und der Hauptberuf irgendwann ersetzt werden kann.

Wer den Hauptberuf im Angestelltenverhältnis ausübt, profitiert davon, dass er entsprechende Sicherheiten hat, die er auch ausleben kann und die er nutzen kann. Die Sozialversicherungen sowie die Rentenversicherungen sind in jedem Fall wichtig, wenn es darum geht, dass im Hauptberuf eine Position als Angestellter vorhanden ist.

Es ist daher wichtig, dass im Kleingewerbe eine gewisse Auswahl an Kunden vorhanden ist und natürlich auch, dass die Geschäftspolitik und der Ausblick stimmen. Selbstständige müssen sich selbst um ihre Altersvorsorge kümmern und auch selbst krankenversichern. Diese Faktoren führen dazu, dass sie in jedem Fall entsprechende Umsätze erzielen müssen, um selbstständig auch aktiv sein zu können. Wer sich über das Internet informiert wird merken, dass es zahlreiche Selbstständige gibt, die als Kleingewerbe neben dem Hauptberuf angefangen haben und die dann im Laufe der Zeit ihr Kleingewerbe ausgebaut haben und den Hauptberuf an den Nagel gehängt haben.

  • Kleingewerbe wird meist zum Start in die Selbstständigkeit gewählt
  • Kleingewerbe kann den Hauptberuf irgendwann ersetzen
  • Kleingewerbe kann klein bleiben und „nebenbei“ betrieben werden
  • Gewerbetreibende müssen sich selbst um ihre Altersvorsorge kümmern
  • Gewerbetreibende müssen sich selbst um ihre Krankenversicherung kümmern

Wer also ein eigenes Gewerbe betreiben möchte, sollte im Vorfeld genau darauf achten, was alles erreicht werden muss, bevor der Hauptberuf irgendwann an den Nagel gehangen wird. Selbstständige brauchen nachhaltig entsprechenden Erfolg und zahlreiche Kunden, so dass die Umsätze insgesamt stimmen.

Welche Gebühren sind mit der Gewerbeanmeldung in Österreich verbunden?

Wer in Österreich ein eigenes Kleingewerbe anmelden möchte, kann dies ohne Probleme beim Gewerbeamt am eigenen Wohnort erledigen. Das Kleingewerbe kostet in der Anmeldung nur eine geringe Gebühr, die bei etwa 20 bis 30 Euro liegt und dazu führt, dass man offiziell ein Gewerbe anmelden darf.

Wer umzieht, muss ebenfalls das Gewerbeamt aufsuchen, um entsprechend das Gewerbe umzumelden, das sehr schnell erledigt werden kann. Das Gewerbe muss entsprechend an der alten Adresse abgemeldet werden und der Firmensitz offiziell verlegt werden.

Bei der Anmeldung des Gewerbes wird nicht nur nach dem Firmensitz gefragt, sondern auch nach dem Tätigkeitsschwerpunkt.

Welche Rolle spielt die Betriebsnummer bei einem Kleingewerbe?

Das Kleingewerbe kann von 1 Person geführt werden, oder aber auch Mitarbeiter und Angestellte haben. In der Regel ist es nicht erforderlich, dass eine Betriebsnummer vergeben wird. Sollte das Gewerbe jedoch entsprechend Angestellte oder Mitarbeiter haben, wird eine Betriebsnummer notwendig.

Gleichzeitig ist es notwendig, dass die Krankenkasse darüber informiert wird, dass bei dem Gewerbe mit Mitarbeitern gearbeitet wird. Wer möchte, kann sein Unternehmen bei der IHK, bzw. bei der Industrie und Handelskammer melden. Auch die Mitgliedschaft in einer Berufsgenossenschaft ist zu empfehlen und kann wahrgenommen werden.

Kleingewerbe anmelden – Steuervorauszahlungen und Nachzahlungen

Wer ein Gewerbe anmeldet, erhält kurz darauf auch Post vom zuständigen Finanzamt. Dabei wird man aufgefordert, den Gewinn für das gesamte Jahr zu schätzen. Diese Zahl wird von dem Finanzamt gewünscht, um zum Beispiel Steuervorauszahlungen zu rechtfertigen.

Viele Unternehmer tragen hier bewusst für das erste Jahr einen Gewinn in Höhe von 0 Euro ein. Dies hat für sie den Vorteil, dass sie keine Steuern im Voraus bezahlen müssen, die nachher mit den tatsächlichen Steuern verrechnet werden, sondern sich in Ruhe auf ihre Arbeit konzentrieren können.

Muss ich in Österreich mein Gewerbe im Handelsregister eintragen lassen?

Es ist nicht unbedingt erforderlich, dass das Kleingewerbe in Österreich im Handelsregister eingetragen wird. Erforderlich wird dies jedoch dann, wenn der Gewerbetreibende den Status eines Kaufmanns erfüllt. Die Eintragung im Handelsregister hat zur Folge, dass auch entsprechend alle Rechte und Pflichten des Kaufmanns erfüllt werden müssen.

Kleingewerbe in Österreich – welche Umsatzgrenzen habe ich zu beachten?

Wer in Österreich ein Kleingewerbe betreibt, hat sich an die entsprechenden Umsatzgrenzen zu halten, damit es ein Kleingewerbe bleibt. Hierbei handelt es sich um Unternehmer, deren Jahresumsatz bei maximal 35.000 Euro im Jahr liegt.

Das Unternehmen muss seinen Sitz in Österreich haben. Es ist einmal in 5 Jahren möglich, dass die Grenze von 35.000 Euro um 15% überschritten wird. Das bedeutet konkret, dass einmal in 5 Jahren 4.500 Euro zusätzlich verdient werden dürfen und man gleichzeitig noch Betreiber eines Kleingewerbes bleiben darf.

David Reisner

David Reisner

Ich bin 1987 in Graz geboren und ebenfalls in Graz wohnhaft. Seit 2003 beschäftige ich mich mit der Gestaltung von Finanz-Informationsseiten und setze mich tagtäglich mit einem breiten Spektrum an Themen auseinander. Neben Fokus auf Finanzen interessieren mich auch Nachrichten aus den verschiedensten Bereichen wie Kryptowährungen und Aktienkurse sowie die Entwicklung der Wirtschaft in Österreich. Als Betreiber von finanzer.at liegt mein Fokus darauf, Informationen für LeserInnen aufzubereiten und mit aktuellen Vergleichen dabei zu helfen, die besten Produkte und Lösungen zu finden.