Karenzgeld 2020 in Österreich & Karenzmodelle

Karenzgeld sinnvoll einsetzen

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Wenn einmal ein Kind vorhanden ist, muss mindestens ein Elternteil eine Pause von der Arbeitswelt einlegen.

Für einige Monate wartet die sogenannte Karenz auf das betreuende Elternteil. Dies ist eine arbeitsfreie Zeit, die mit der Ankunft des Kindes beginnt und je nach Modell noch einige Monate bis Jahre danach anhält.

In Österreich gibt es auch im Jahr 2020 wieder verschiedene Karenzmodelle und Karenzgeldhöhen, welche jedes betreuende Elternteil für sich selbst bestimmen kann. Wir informieren zum Karenzgeld 2020 in Österreich, Karenzmodelle, Kinderbetreungsgeld und Antrag auf Karenz 2020.

Wer hat Anspruch auf Karenz?

Karenzgeld sinnvoll einsetzen
Karenzgeld sinnvoll einsetzen

In Österreich besitzet jedes Elternteil einen Rechtsanspruch auf die Karenz. Dies ist ein monatlicher Geldbetrag, welche einem Elternteil zusteht, um sich in Ruhe um sein Kind kümmern zu können. Wie lange und in welcher Höhe die Karenz bezogen wird, darf sich jede Mutter bzw. jeder Vater anhand eines Modells aussuchen.

Tipp: Ab dem Jahr 2017, genauer ab dem 1.3.2017, gibt es in Österreich mit dem Kinderbetreuungsgeld-Konto bzw. dem „Kindergeld Neu“ einige Änderungen. Diese haben wir im Ratgeber zum Kindergeld Neu/Kindergeldkonto genauer erläutert.

Insgesamt existieren in Österreich fünf Karenzmodelle mit unterschiedlichen Längen und Höhen. Dabei wird die Faustregel eingesetzt: Wie kürzer die Karenz, desto mehr Geld wird ausbezahlt.

Voraussetzungen für das Karenzgeld in Österreich

Für einen Anspruch auf Karenz bzw. Kinderbetreuungsgeld, kurz KBG, muss das betreuende Elternteil ein paar Voraussetzungen erfüllen. So muss für das Kind Familienbeihilfe bezogen werden, damit ein Anspruch auf Karenzgeld besteht.

Außerdem muss das Kind im selben Haushalt wie das betreuende Elternteil wohnen. Hierbei ist der idente Hauptwohnsitz, sowohl von Kind wie Elternteil, ausschlaggebend. Zudem muss Österreich der Lebensmittelpunkt des Kindes und des Elternteils sein.

Zuverdienstgrenze zum Karengeld

Jenes Elternteil, welches Karenzgeld bekommt, darf neben der Karenz arbeiten gehen. Jedoch darf die Zuverdienstgrenze nicht überschritten werden. Wenn nicht österreichische Staatsbürger Karenz beantragen, benötigen sie eine positive Aufenthaltsgenehmigung für Österreich. Desgleichen besitzen Asylberechtigte sowie subsidiär Schutzberechtigte einen Anspruch auf das KBG, wenn sie bestimmte Ansprüche erfüllen. Wenn das betreuende Elternteil wechselt, muss der Wechseln zeitnah beantragt werden.

Dies bedeutet eine Antragstellung von ca. einem Monat vor Antritt. Bis zu zweimal kann sich ein Wechsel des betreuenden Elternteils ergeben. Somit entstehen maximal drei Betreuungsblöcke. Ein Block muss dabei mindestens eine Dauer von zwei aufeinanderfolgenden Monaten umfassen. Des Weiteren besitzt die Mutter die Pflicht, fünf Pflichtuntersuchungen während der Schwangerschaft zu machen. Nach der Geburt muss das Kind ebenfalls fünfmal untersucht werden. Geschieht beides nicht, wird das KBG ab einem bestimmten Monat je nach Modell halbiert oder beim einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld die Höhe des Tagessatzes reduziert.

Fünf Varianten – fünfmal die Qual der Wahl

In Österreich existieren fünf Karenzvarianten. Vier dieser sind Pauschalvarianten mit unterschiedlicher Dauer und Länge. Lediglich eine Variante ist ein einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld. Es kann immer nur ein Modell ausgesucht werden, welches auch das andere Elternteil bindet. Eine Änderung des Modells kann nur innerhalb von 14 Tagen ab erstmaliger Antragstellung getätigt werden. Im Falle einer erneuten Schwangerschaft oder einer Pflege bzw. Adoption innerhalb der ersten Karenz, endet der Karenzanspruch für das ältere Kind bei beiden Eltern. Für das jüngere Kind muss wieder ein neuer Antrag gestellt werden. Liegt ein besonderer Härtefall vor, kann ein maximal zwei Monate länger dauernder Bezug des KGB beantragt werden. Dies wird beispielsweise beim Tod eines Elternteiles während der Partnerschaft oder bei Alleinerziehenden mit geringen Einkünften möglich.

Pauschalvariante 12+2

Die kürzeste Pauschalvariante ist 12 + 2. Hierbei hat ein Elternteil bis zum vollendeten 12. Lebensmonat Anspruch auf das KBG, bei Bezugsdauer beider Elternteile bis zum 14. Die Höhe pro Tag beträgt hierbei 33 Euro. Ist ein Mehrlingskindzuschlag gültig, werden täglich noch 16,5 Euro hinzugerechnet. Wird die Pauschalvariante 15+3 ausgewählt, hat das betreuende Elternteil einen Anspruch bis zum vollendeten 15. Lebensmonat, bei beiden betreuenden Elternteilen sogar bis zum 18. Lebensmonat.

Wie hoch ist das Karenzgeld?

Die Höhe des KGB beträgt hierbei täglich 26,6 Euro, wobei ein täglicher Mehrlingskindzuschlagsanspruch von 13,3 Euro besteht. Bei der Pauschalvariante 20+4 hat das betreuende Elternteil einen Anspruch auf das KGB bis zum vollendeten 20. Lebensmonat. Bei beiden betreuenden Elternteilen gilt der Anspruch bis zum 24. Lebensmonat. Die Höhe des täglichen KGB beträgt bei diesem Modell 20,8 Euro mit einem Mehrlingskindzuschlag von 10,4 Euro. Das längste Karenzmodell ist die Pauschalvariante 30+6.

Hierbei hat das betreuende Elternteil Anspruch auf das KGB bis zum vollendeten 30. Lebensmonat des Kindes. Beziehen beide Elternteile das KGB, steht das KGB bis zum vollendeten 36. Lebensmonat zu. Diese Pauschalvariante ist die längste, wenn täglich geringste. Pro Tag steht ein KBG von 14,53 Euro zu. Der Zuschlag für ein Mehrlingskind beträgt dabei 7,27 Euro. Beim Einkommensabhängigen KBG ist die Dauer auf das vollendete 12. Lebensmonat und bei Anspruchnahme beider Elternteile auf das vollendete 14. Lebensmonat begrenzt. 80 % des Einkommens werden hierbei als Karenz ausbezahlt, jedoch mit maximal 66 Euro pro Tag.

Erwerbstätigkeit neben der Karenz

Bei jeder Pauschalvariante darf das Karenz beziehende Elternteil einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Diese darf im Jahr maximal 16.200 Euro umfassen. Ist eine Beihilfe zum KBG vorhanden, beträgt diese für maximal 12 Monate 6,06 Euro pro Tag.

Bei einem einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld besteht weder ein Anspruch auf einen Mehrlingskindzuschlag noch auf eine tägliche KBG-Beihilfe. Außerdem ist die Zuverdienstgrenze bei diesem Modell auf 6.400 Euro, bis 2013 sogar nur auf 6.100 Euro, begrenzt. Bei allen fünf Varianten muss jedoch immer eine Mindestbezugsdauer von zwei Monaten eingehalten werden. Bis auf Ausnahme vom Einkommensabhängigen KBG muss die Mutter vor der Geburt bzw. dem Mutterschutz nicht erwerbstätig gewesen sein.

2016 bringt maßgebliche Änderungen beim Karenzgeld

Mit 1. Januar 2016 änderte sich außerdem der Karenzanspruch für den anderen nicht erwerbstätigen Elternteil. Während in den Jahren zuvor nur vom unselbstständigen erwerbstätigen Elternteil eine Karenz angesucht werden konnte, welche direkt an den Mutterschutz angeschlossen werden konnte, musste das zweite nicht erwerbstätige Elternteil auf seinen Karenzanspruch verzichten. Die Karenz konnte nämlich nur im Anschluss an die Mutterschutzfrist oder mit Ende der Karenz des anderen nicht erwerbstätigen Elternteils angemeldet und angetreten werden.

Hat das andere Elternteil ab 1. Januar 2016 keinen Karenzanspruch, kann ein Elternteil auch zu einem späteren Zeitpunkt die Karenz ansuchen. Die Karenz muss spätestens drei Monate, bevor sie angetreten werden kann, bekannt gegeben werden. Sie darf dann zwischen Ende der Mutterschutzfrist und dem vollendeten zweiten Lebensjahr des Kindes angetreten werden. Ebenfalls dürfen jene Frauen, welche in einer eingetragenen Partnerschaft oder Lebensgemeinschaft leben und deren Partnerin durch medizinisch unterstützte Fortpflanzung schwanger wurde, Karenz beantragen.

Zudem besitzen Pflegeeltern ohne Adoptionsrecht mit 1. Januar 2016 ebenfalls Recht auf eine Karenz. Bisher konnten nur Pflegeeltern mit Adoptionsabsicht eine Karenz beantragen. Dies führte meist dazu, dass ein Elternteil sich der Pflege des Kindes widmen und sein Arbeitsverhältnis auflösen musste. Jedoch erhalten nur jene Eltern ohne Adoptionsabsicht das Recht auf eine Karenz, welche die Pflege unentgeltlich betreiben. Darunter fällt jedoch kein Aufwandersatz, welche für den Alltag des Kindes benötigt wird.

Karenzgeld 2020 – welche Änderungen gibt es und welches Gesetz greift?

Das Karenzgeld spielt in Österreich eine entscheidende Rolle und auch 2020 werden sich einige Eltern darüber informieren wollen, welche Ansprüche sie haben. Dabei ist anzumerken, dass auch 2020 gilt, dass nicht selbstständig arbeitende Mütter und Väter einen Anspruch auf Karenz haben. Das bedeutet, dass eine Freistellung von der Arbeit möglich ist.

Anstatt des Lohns, bzw. anstatt des Gehaltes gibt es auch das so genannte Kinderbetreuungsgeld, welches gezahlt wird. Wichtig ist, dass zu wissen ist, dass die Karenzzeit maximal bei 2 Jahren beginnt. Sie startet mit dem Ende der so genannten Schutzfrist. Diese endet z.B. 8 Wochen nach der Geburt des Kindes.

Welche Fristen habe ich  beim Karenzgeld einzuhalten?

Es ist erforderlich, dass Mütter ihren Arbeitgeber darüber informieren, wann die Karenzzeit beginnt und wie lange diese wahrgenommen werden soll. Anzumerken ist, dass diese Meldung bis zum Ende der so genannten Schutzfrist zu erfolgen hat. Sollte die Karenz verlängert werden, so ist es bis 3 Monate vor Ende der Karenz zu beachten.

Eine Ausnahme stellt folgende Situation dar: Sofern die Karenz weniger als 2 Monate dauert, ist es erforderlich, dass bei einer Verlängerung der Dauer die Information bis zwei Monate vor dem im Ursprung vereinbarten Ende der Karenzzeit bekannt gegeben werden muss.

  • Mütter: vor Ende der Schutzzeit die Karenzzeit bekannt geben
  • Väter: bis spätestens 8 Wochen nach der Geburt über Beginn und Laufzeit der Karenz informieren

Auch Väter können die so genannte Karenzzeit in Anspruch nehmen. Dabei ist anzumerken, dass es aktuell erforderlich ist, dass der Arbeitgeber bis maximal 8 Wochen nach der Geburt des Kindes über den Beginn und über die Dauer der Karenz informiert werden muss.

Wichtig: die entsprechenden Meldefristen sind  in jedem Fall einzuhalten! Ist dies nicht der Fall, kann der komplette Rechtsanspruch auf die Karenz verloren gehen.

Welche Regelungen gelten  beim Kinderbetreuungsgeld in Österreich?

Wer sich 2020 für das Kinderbetreuungsgeld in Österreich interessiert, der wird merken, dass auf jeden Fall die Richtlinien gelten, die am 1. März 2017 publiziert wurden. Es gilt also das so genannte Kinderbetreuungsgeld-Konto, kurz KGB-Konto Modell. Im Vergleich zum vorherigen Modell gibt es einen Partnerschaftsbonus und Änderungen beim Wochengeld sowie beim Kinderbetreuungsgeld.

Welche Voraussetzungen müssen für das Kinderbetreuungsgeld in Österreich erfüllt werden?

Wer aktuell das Kinderbetreuungsgeld in Österreich beantragen möchte, der wird feststellen, dass es einige Dinge gibt, die zu erfüllen sind. Grundsätzlich ist es wichtig, dass der Mittelpunkt der Lebensinteressen in Österreich liegt und ein rechtmäßiger Aufenthalt in Österreich vorliegt.

Darüber hinaus ist ein auf Dauer angelegter gemeinsamer Haushalt mit dem Kind erforderlich. Die Hauptwohnsitzmeldungen müssen identisch sein. Die entsprechenden Untersuchungen gemäß des Mutter-Kind-Passes müssen durchgeführt werden. Finanziell betrachtet muss die Zusatzverdienstgrenze eingehalten werden. Beträge, die diese Grenze übertschreiten, werden zurück gefordert.

Es gibt das Kinderbetreuungsgeld Konto sowie das Modell, das vom Einkommen abhängig ist. Die meisten Eltern scheinen sich für das KBG Konto zu entscheiden.

Quellen

David Reisner

David Reisner

Ich bin 1987 in Graz geboren und ebenfalls in Graz wohnhaft. Seit 2003 beschäftige ich mich mit der Gestaltung von Finanz-Informationsseiten und setze mich tagtäglich mit einem breiten Spektrum an Themen auseinander. Neben Fokus auf Finanzen interessieren mich auch Nachrichten aus den verschiedensten Bereichen wie Kryptowährungen und Aktienkurse sowie die Entwicklung der Wirtschaft in Österreich. Als Betreiber von finanzer.at liegt mein Fokus darauf, Informationen für LeserInnen aufzubereiten und mit aktuellen Vergleichen dabei zu helfen, die besten Produkte und Lösungen zu finden.