Goldpreis Prognose 2021 – Goldkurs & Kursentwicklung

Goldpreis 2021 | Wohin geht der Goldkurs dieses Jahr 2021?

Szenarien für die Goldpreisentwicklung 2021

Ende 2020 existieren bereits mehrere Impfungen gegen das Coronavirus. Aufgrund dieser Nachrichten sackte der Goldkurs erheblich ab. Diese Minderung des Goldpreises drückt die Zuversicht der Anleger für das kommende Jahr 2021 aus. Doch bedeutet dies, dass die Richtung der Goldpreisentwicklung für 2021 bereits eindeutig vorgegeben ist?

Wer die Finanzmärkte kennt, der weiß, dass es niemals so einfach mit Gold ist. Die Kursentwicklung des gelben Edelmetalls kann auch im kommenden Jahr noch einige Überraschungen bereithalten. Die Corona-Krise ist nämlich noch nicht vollständig überstanden und darüber hinaus dürfte gerade das Ende der Krise und das Ende der Staatshilfen noch eine treibende Kraft für den Goldkurs 2021 sein.

In diesem Beitrag präsentieren wir verschiedene Einflussfaktoren des Goldpreises, die im nächsten Jahr besonders schlagend werden, in Verbindung mit einigen Goldpreisprognosen von bedeutenden Bankhäusern.

Hinweis: Natürlich ist keine dieser Einschätzungen mit absoluter Gewissheit gleichzusetzen. Niemand, auch nicht die größten Experten, können den genauen Verlauf des Goldpreises vorhersagen.

ABN Amro sieht den Goldpreis bei 2.100 US-Dollar je Feinunze im Dezember 2021

https://www.kitco.com/news/2020-12-17/ABN-AMRO-says-gold-price-can-push-to-2-100-next-year-but-rally-is-not-without-risks.html

Aus einem Report der niederländischen Bank geht hervor, dass die Goldpreise über das Jahr 2021 doch nochmal steigen könnten und von dem momentanen Niveau von 1.800 US-Dollar bzw. 1.500 Euro je Feinunze nochmal auf grob 2.100 USD ansteigen könnten, wobei ein durchschnittlicher Handelspreis von 1.900 USD aus Holland erwartet wird.

Als Hauptgrund für diese Einschätzung wird das anhaltend geringe Zinsniveau angesehen, welches auch nach der Überwindung der Corona-Pandemie nicht so schnell steigen werde, solang die Inflation in Schach gehalten wird.

  • Beide Punkte sind als sehr stichhaltig anzusehen. Natürlich sollten Zentralbanken nicht politisch agieren und das Zinsniveau nur wegen hoher Staatsschulden gering halten, aber da es noch eine Weile dauern wird, bis sich die erhöhten Geldmengen tatsächlich in Inflation umschlägt, wäre ein niedriges Zinsniveau keine überraschende Entscheidung.
  • Die Presse berichtet zwar gerne über Inflationsrisiken, aber dabei darf nicht vergessen werden, dass derzeit die Sparquote erhöht ist und der Anstieg der Löhne und Gehälter durch Corona extrem gedrosselt wird. Gerade das Lohnniveau ist ein wesentlicher Treiber der Inflation und dieser ist gerade aus Eis gelegt.

Aus der Inflationssicht kann der Experteneinschätzung der ABN Amro absolut zugestimmt werden. Es wird in dem Bericht aber auch eine Unsicherheit bezüglich der Einschätzung erwähnt. Das Volumen der ETF Investitionen ist derzeit immer noch sehr hoch. Anders ausgedrückt, haben Anleger (vor allem auch Privatanleger), andere Alternativen zu Gold entdeckt um dem niedrigen Zinsniveau zu entfliehen.

Die Indexfonds ermöglichen eine ordentliche Rendite ohne auf die Zinsen achten zu müssen und wenn sich dieser Trend fortsetzt, könnte dies den Goldpreis enorm drücken. Wer also denkt, dass der ETF-Trend oder vielleicht sogar der Bitcoin-Trend sich fortsetzen, der wird keinesfalls mit einem Goldpreis von 2.100 US-Dollar im Dezember 2021 rechnen können.

Diese Einschätzung stammt aus dem Dezember 2020.

UBS sieht die Goldprognose für 2021 ebenfalls bei 2.100 US-Dollar pro Feinunze

https://stockhead.com.au/resources/gold-takes-a-breather-as-ubs-raises-21-price-forecast-to-us2100-oz/

Die Schweizer Bank teilt ausnahmsweise die Einschätzung der Niederländer. Wegen anhaltend geringer Zinsen sieht auch dieser Report einen Goldpreis von 2.100 USD in 2021 kommen.

Als spannender Zusatz kann hier erwähnt werden, dass kurz von der technischen Chartanalyse die Rede ist. Zum Zeitpunkt des Berichts barg diese Perspektive nämlich wenig Potential, denn nach dem vorläufigen historischen Höchststand von 2020, im August des Jahres, konnten wenig extreme Marker ausgemacht werden.

Normalerweise hat das Durchbrechen einer solch psychologischen Marke, wie den 2.000 US-Dollar, doch einen starken Effekt auf den Markt. Dieser Effekt blieb diesmal aber aus. Ein Grund könnte das künstliche Überschreiten der Grenze sein, welches nur durch einen schwachen US-Dollar erreicht wurde. Vielleicht ist dies ein kleines Indiz für eine Seitwärtsbewegung im Jahr 2021.

Dieser Report stammt aus dem September 2020.

Deutsche Bank sieht Gold eher bei 1.600 USD als bei 2.100 USD

Entgegen den Schweizer und niederländischen Kollegen erwarten die Spezialisten der Deutschen Bank eher einen Rückgang des Goldpreises auf rund 1.600 US-Dollar je Feinunze in 2021.

Die Gründe für diesen Rückgang scheinen intuitiv sehr eingängig:

  • Das Coronavirus schockt die Finanzmärkte eigentlich nicht mehr. Wenn die Lockdowns weiter gehen, werden die Zentralbanken und Politiker auch weiterhin finanzielle Hilfe leisten.
  • Sollten die Lockdowns wegen der Impfung endlich enden, dann dürfte ein großer Konsumansturm kommen, der zwar das Risiko für die Inflation erhöht, aber für eine Rekordwirtschaft sorgen könnte.
  • Selbst bei hoher Inflation dürfte diese keinesfalls ein gefährliches Ausmaß annehmen.

Dieser Bericht stammt aus dem November 2020.

Fazit: Der Durchschnitt aus 3 Einschätzungen

Wenn wir nun den Durchschnitt der Bankmeinungen hernehmen, landen wir bei einem Goldpreis von 1.933 US-Dollar je Feinunze. Dies wäre großteils eine Seitwärtsbewegung mit einem leichten Trend nach oben im kommenden Jahr.

Das Gesamtbild zeigt viele klare Einflussfaktoren für den Goldpreis im kommen den Jahr:

  • Inflation
  • Niedrige Zinsen
  • Politische Umstände (Biden Wahl)
  • Wirtschaftliche Erholung
  • Alternative Anlageoptionen

Trotz der Eindeutigkeit dieser Einzelfaktoren bleibt jedoch am Ende, dass sich viele der Effekte gegenseitig aushebeln könnten, womit mit einem allgemein eher unspannenden Jahr für den Goldpreis zu rechnen ist. An der Börse kann es aber auch immer ganz anders kommen.

David Reisner

David Reisner

Ich bin 1987 in Graz geboren und ebenfalls in Graz wohnhaft. Seit 2003 beschäftige ich mich mit der Gestaltung von Finanz-Informationsseiten und setze mich tagtäglich mit einem breiten Spektrum an Themen auseinander. Neben Fokus auf Finanzen interessieren mich auch Nachrichten aus den verschiedensten Bereichen wie Kryptowährungen und Aktienkurse sowie die Entwicklung der Wirtschaft in Österreich. Als Betreiber von finanzer.at liegt mein Fokus darauf, Informationen für LeserInnen aufzubereiten und mit aktuellen Vergleichen dabei zu helfen, die besten Produkte und Lösungen zu finden.