Geringfügige Beschäftigung & Geringfügigkeitsgrenze 2020 & 2021 in Österreich

Als geringfügig Beschäftigter gilt man in Österreich, wenn das monatliche Einkommen nicht mehr als 415,72 euro übersteigt. Außerdem muss das Arbeits- bzw. Dienstverhältnis für ein Minimum von einem Monat abgeschlossen worden sein. Wir informieren zu den aktuellen Geringfügigkeitsgrenzen in Österreich.

  • Info: Die Geringfügigkeitsgrenze 2020 in Österreich liegt bei 460,66 € pro Monat.
  • Die Geringfügigkeitsgrenze 2021 in Österreich liegt vorausichtlich bei 475,86 pro Monat.
Quelle: https://www.help.gv.at/
  • Im Jahr 2018 lag die Geringfügigkeitsgrenze bei 438,05 Euro monatlich.
  • Die Geringfügigkeitsgrenze 2016 in Österreich lag übrigens bei 415,72 Euro.

Quelle: https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/207/Seite.2070006.html

Wie sieht es aus mit den Rechten?

Als geringfügig Beschäftigter hat man nicht weniger Rechte als ein normaler Arbeitnehmer auch. Damit gewinnt man einen Anspruch auf 5 bis 6 Wochen jährlichen Urlaubs, eine Entgeltfortzahlung während Krankheit und die Pflegefreistellung.

Ebenfalls hat man Anspruch auf eine Abfertigung, wird das Arbeitsverhältnis aufgelöst. Auch erhält man Anspruch auf Sonderzahlungen, wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Diese werden nicht auf das allgemeine Gehalt angerecht. Das bedeutet, das bei Berechnung der Geringfügigkeitsgrenze diese Sonderzahlungen nicht mit einbezogen werden.

Österreich regelt die Rechte für geringfügig Beschäftigte ebenfalls über den Kollektivvertrag, der sich jedoch von Branche zu Branche leicht unterscheiden kann.

Und wie sieht es aus mit der Arbeitszeit?

Das liegt in der Verhandlung zwischen zwischen Arbeitnehmer und -geber. Beide vereinbaren gemeinsam das Ausmaß der Arbeitszeit. Einseitige Änderungen können nicht vorgenommen werden, wenn auch der Arbeitgeber sich Kürzungen vorbehalten darf. Soll eine Änderung der Arbeitszeit erfolgen, dann muss dies in schriftlicher Form erfolgen. Ist dies nicht der Fall, so ist die Änderung nicht rechtskräftig.

  • Eine Besonderheit für das österreichische Arbeitsrecht für geringfügig Beschäftigte: Fällt ein regulärer Arbeitstag auf einen Feiertag, so steht dem Beschäftigten ein Feiertagsentgelt zu.

Grundsätzlich wird sowohl dem Arbeitnehmer wie dem Arbeitgeber empfohlen die Arbeitszeit nachzuhalten. dies erfolgt normalerweise über einen Dienst- oder Stundenzettel, der auch die Grundlage für die Lohnauszahlung stellt.

Und was ist mit der Sozialversicherung?

Der Arbeitgeber muss einen neu geringfügig Angestellten unmittelbar bei der Gebietskrankenkasse melden. Ebenfalls ist dieser dazu verpflichtet die Beiträge für die Unfallversicherung zu übernehmen. Daher gilt (was auch gesetzlich vorgeschrieben ist), dass ein jeder geringfügig Beschäftigte unfallversichert ist.
Übersteigt das monatliche Einkommen die Geringfügigkeitsgrenze, die 2016 bei 415,72 Euro liegt, so wird man automatisch verpflichtend sozialversichert. … und zwar im vollen Umfang, was Arbeitslosen-, Kranken-, Pensions- und auch die Unfallversicherung mit einschließt.

Darf man mehr als einer Beschäftigung nachgehen?

Ja, darf man. Aber auch hier gilt, dass die addierten Einkommen nicht die Geringfügigkeitsgrenze überschreiten dürfen. Wird die Grenze von 415,72 Euro monatlich überschritten, so fällt man automatisch in die volle Versicherungungspflicht und vom Bruttogehalt sind die Beiträge für die Leistungen der Kranken-, Unfalls- und Rentenversicherung abzuziehen.

Beitragsgruppen: Vor und nach dem 60. Lebensjahr

Bezüglich des Unfallversichertenbeitrags von geringfügig Beschäftigten wird nach vier Beitragsgruppen unterschieden: Arbeitertätigkeit (N14), Angestelltentätgikeit (N24), freie Dienstnehmer mit Arbeitertätigkeit (L14) sowie freie Dienstnehmer mit Angestelltentätigkeit (M24). So sind zumindest die Einteilungen bei allen geringfügig Beschäftigten, die das 60. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Hier ist der Beitrag bei 1,3% angesiedelt.

Bei geringfügig Beschäftigten, die ihr 60. Lebensjahr vollendet haben, werden zwar die gleichen Eintelungen vorgenommen, jedoch belläuft sich der Unfallversicherungsbeitrag auf 0,0%. Doch keine Sorgen. Man ist dennoch unfallversichert. Der Beitrag wird allerdings von der Unfallversicherung selbst übernommen und muss nicht vom Arbeitgeber übernommen werden. Eine sehr clevere Weise auch ältere Menschen noch attraktiv für den Arbeitsmarkt werden zu lassen.

Entwicklung der Geringfügigkeitsgrenzen in Österreich

Aufgrund der steigenden Lebenserhaltungskosten hat sich die Geringüfigkeitsgrenze pro Monat und auch Arbeitstag kontinuerlich seit 2009 gesteigert. Während das Einkommen eines geringfügig Beschäftigten 2009 noch monatlich bei 357,74 € und bei 27,47 € täglich lag, so hat es sich über die letzten sieben Jahre drastisch erhöht. Selbst zum Vorjahr ist ein Anstieg von 10 Euro zu verzeichnen. Das ist zwar nicht viel, aber es macht sich doch bemerkbar.

  • Ab 2017 wird übrigens die tägliche Geringfügigkeitsgrenze aufgehoben. Als Kennzeichen für eine Geringbeschäftigung wird dann ausschließlich die monatliche Geringfügigkeitsgrenze herangezogen.

Weitere Details gibt es im Artikel der Arbeiterkammer auf https://www.arbeiterkammer.at/beratung/arbeitundrecht/Arbeitszeit/SonderformenderArbeitszeit/Geringfuegige_Beschaeftigung.html zum Nachlesen.

David Reisner

David Reisner

Ich bin 1987 in Graz geboren und ebenfalls in Graz wohnhaft. Seit 2003 beschäftige ich mich mit der Gestaltung von Finanz-Informationsseiten und setze mich tagtäglich mit einem breiten Spektrum an Themen auseinander. Neben Fokus auf Finanzen interessieren mich auch Nachrichten aus den verschiedensten Bereichen wie Kryptowährungen und Aktienkurse sowie die Entwicklung der Wirtschaft in Österreich. Als Betreiber von finanzer.at liegt mein Fokus darauf, Informationen für LeserInnen aufzubereiten und mit aktuellen Vergleichen dabei zu helfen, die besten Produkte und Lösungen zu finden.