Ferialjob 2021 finden – Rechte & Pflichten

Ferialjobs sind in Österreich sehr beliebt. Sie bieten einem jeden Schüler, jungen Auszubildenden und Studenten die Möglichkeit sein Taschengeld und monatliches Einkommen aufzustocken.

Darüber hinaus bietet die Arbeit auf Zeit einen ersten Einblick in die Berufswelt sowie die ersten beruflichen Erfahrungen gesammelt werden können. Doch ein Ferialjob ist nicht nur ein geldbringender Zeitvertreib. Man entscheidet sich bewusst ein Arbeitsverhältnis einzugehen. … und dieses kommt mit Rechen und Pflichten.

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Ab wann darf man einen Ferialjob annehmen und ausüben?

In Österreich gilt die Regelung, dass ein jeder Jugendlicher der sein 15. Lebensjahr vollendet hat, einer Beschäftigung nachgehen kann. Gekoppelt ist diese Regelung mit dem Abschluss der neunten Schulstufe, denn dies ist auch der Zeitpunkt nachdem ein Jugendlicher das erste mal die Möglichkeit geboten bekommt aus dem Schulsystem auszusteigen und über eine Lehre und ode Ausbildung in das Berufsleben einzutreten. Wer jedoch weiter die Schulbank drücken möchte, der kann zumindest in den Ferien seine ersten Berufserfahrungen in einem Ferialjob sammeln.

Ein jeder, der das 16. Lebensjahr noch nicht begonnen hat, dem ist gestzlich verboten eine Arbeitsstelle anzunehmen. Geregt wird dies über das in Österreich gültige Kinder. und Jugendlichenbeschäftigungsgesetz. Eine kleine Grauzone gibt es jedoch. Ist der interessierte Schüler noch keine 16, schließt aber, mit Beginn der Sommerferien, die neunte Schulstufe ab, so darf er sich für die Ferien einen Job suchen. Der Schulabschluss wird demnach höher gewichtet als das eigentliche Lebensalter.

Verschiedene Möglichkeiten bei der Ferialjobsuche

In Österreich werden drei zentrale Bereiche unterschieden, in und über die ein Schüler und Interessierter in den Ferien in Kontakt mit der Arbeits- und Berufswelt treten kann. Diese drei Kernbereiche sind (1) das Volontariat, (2) die Ferialarbeiter und -angestellten sowie (3) ein Ferialpratika.

Arbeitet man als Volontär, so ist es vornehmlich, weil man genuines Interesse hat einen Beruf bzw. das Berufsfeld näher kennen zulernen. Es besteht keine gesetzlich vor- und festgeschriebene Arbeitspflicht. Diese ergibt sich vielmehr aus der intrinsischen Motivation des Volontärs. Eine Unfallversicherung besteht jedoch. Volontärtätigkeiten sind unentgeltlich.

Ferialarbeiter und -angestellte arbeiten über einen befristeten Arbeitsvertrag, der die gleichen Rechte und Pflichten aufführt wie die, für die Branche typischen, Kollektivverträge. Diese Jobs werden vergütet.

Auch erhält man einen vollwertigen Versicherungsschutz, der die Unfall-, Kranken-, Arbeitslosen- und Pensionsversicherung miteinschließt. Der Versicherungsschutz greift allerdings nur, sofern die Geringfügigkeitsgrenze überschritten wird. Dies ist in den seltensten Fällen jedoch der Fall.

Ferialpraktika sind besonders bei Schülern und Studenten beliebt. Denn sie orientieren sich thematisch an ihrer jeweiligen Ausbildung oder dem Studium. Die zu sammelnden Erfahrungen stehen im Vordergrund. Beim Ferialpraktika ist die Vergütung individuell vereinbar und zwischen Praktikanten und Arbeitgeber zu verhandeln. Hier entscheidet oft das Aufgabenfeld sowie vorherige Erfahrungen über die Bezahlung sowie deren Höhe.

Kennst du deine Rechte?

In Österreich bestehen, außer des Mindestalters, keine allgemeinen Regelungen hinsichtlich Ferialjobs. Aber ein jeder Schüler, Praktikant und Student hat Rechte, wenn er sich in seiner freien Zeit dazu entscheidet dem Arbeitsmarkt beizutreten.

Damit die ersten Erfahrungen in einer anderen Welt, neben der Schule, auch zu guten und nachhaltigen Erfahrungen werden, gilt es sich über seine Rechte und ebenso Pflichten zu informieren. Hier kannst du Dich mit einigen hilfreichen Tipps und Ratschlägen vertraut machen, die den Einstieg in die Ferienjobwelt erleichtern.

Schließe einen Arbeitsvertrag ab

Egal ob Volontariat, Praktika oder regulärer Ferialjob – ein Arbeitsvertrag ist immer hilfreich. Zumindest fixiert die relevanten Daten in schriftlicher Form, so dass später keine Missverständnisse auftreten können und Konflikte entstehen. Der Vertrag bestimmt in der Regel die Art der Tätigkeit, Beginn und Ende des Beschäftigungsverhältnisses, Bezahlung und Arbeitszeit. In vielen Fällen wird ein solcher Vertrag auch mündlich vereinbart. Das zeugt von Vertrauen.

Arbeitszeiten und Pause

Die Arbeitszeit ist gesetzlich festgeschrieben. Jugendliche zwischen Arbeitseintrittsalter und 18 Jahren dürfen nicht mehr als 40 Stunden wöchentlich arbeiten und bezahlt werden. Ein tag darf 9 Arbeitsstunden nicht überschreiten. Im Gastgewerbe sind Graustufen bzgl. dieser Regelung zu finden. Einem jeden Jugendlichen steht eine Ruhepause von mindestens 30 Minuten zu. Diese Pausenordnung greift ab einer Arbeitszeit von 4,5 Stunden. Ist man älter als 18, so muss nach 6 Stunden eine Pause eingelegt werden.

Zeichne deine Arbeitszeit auf

Um im Ernst- und Streitfall seine geleisteten Arbeitsstunden nachweisen zu können, bietet es sich ein ein Arbeitsstundentagebuch zu führen. Dies schließt Ende und Beginn einer Tätigkeit ebenso mit ein wie die genommenen Pausen. Außerdem dient in den meisten Fällen einer ferialen Beschäftigung der Arbeitsstundenzettel als Ausgangsbasis für die Entschädigung.

Wie gestaltet sich die Entschädigung?

Ferialjobs fallen mittlerweile ebenfalls unter den Kollektivvertrag. Es sollen keine billigen und günstigen Arbeitskräfte mehr sein. Die Entschädigung richtet sich daher nach einer Grundnorm. Damit man aber auch etwa von seinem Einsatz hat, sollte sich der monatliche Bruttolohn aber zwischen 700 und 1000 Euro einpendeln.

Informiere dich: Urlaubs- und Weihnachtsgeldzuschuss

In den seltensten Fällen greift diese Regelung, aber nachfragen und informieren kann sich manchmal auch bezahlt machen und zwar in Form von Urlaubsgeld- und Weihnachtsgeldzuschüssen. Auch hier greift wieder der Kollektivvertrag für das jeweilige Berufsfeld und die Branche.

Urlaubsersatzleistung und Anspruch

Auch für nur einige Wochen an Arbeit besteht ein Anspruch auf Urlaub – auch wenn dieser nur anteilig ist. Dieser Anteil orientiert sich an der geleisteten Dienstzeit. Vier Wochen Arbeit entsprechen 2,5 Tagen bezahltem Urlaub. Nimmt man diesen in nicht Anspruch, ist der Arbeitgeber verpflichtet die Urlaubstage in Bares umzuwandeln und auszuzahlen.

Fehler können immer passieren: Prüfen der Lohnabrechnung

Ein Stundenlohn- und Gehaltszettel ist auch im Rahmen der ferialen Tätigkeit Pflicht. Hier steht der Jobber in der Eigenverantwortung seine Abrechnung zu prüfen. Fehler können sich immer einschleichen. Sind Unregelmäßigkeiten feststellbar, gilt es unmittelbar mit dem Arbeitgeber in Kontakt zu treten, um das Missverständnis aus der Welt zu räumen.

Sozialversichert? – Ferialjob & GKK

Der Ferialjobber ist dazu verpflichtet sich bereits vor Arbeitsantritt bei der Gebietskrankenkasse zu melden. Di Kopie muss dem Arbeitnehmer vorgelegt werden. So greift bei einem Arbeitsunfall die Krankenkasse. Außerdem werden auch die ersten Bezüge für die Pension eingezahlt.

  • Verzichten? Warum und wofür? Schließt man einen Arbeitsvertrag ab, so gilt es das Kleingedruckte zu berücksichtigen. Oft sind hier nämlich versteckte Verzichtserklärungen zu finden. Solche Verzichte schließen oft die Urlaubsentgeltung wie das Auszahlen von Überstunden mit ein. Unangenehme Tatsache, aber Kontrolle ist besser.

Geld zurück dank Lohnsteuerausgleich

Lohnsteuern werden in der Regel eingehalten. Ist der Gesamtverdienst in einem Kalenderjahr allerdings unter 12 000 Euro, so kann der ehemalige Ferialarbeiter in Form eines Lohnsteuerausgleichs seine Ansprüche bis zu fünf Jahre nachträglich beim Finanzamt gelten machen.

Gut informiert? Dann kann es ja gleich losgehen bei der Suche nach einem erfahrungsbringenden, interessanten und spannenden Ferialjob.

Ferialjob 2021 finden?

Um den richtigen Job für deine Wünsche zu finden ist es empfehlenswert, bereits frühzeitig mit der Suche bzw. Bewerbung für den gewünschten Ferialjob im Sommer 2021 zu beginnen. Eine erste Anlaufstelle können hierbei Bekannte und Freunde sein. Dort sollte man seinen Wunsch bzw. Jobwunsch deponieren, je mehr Leute die Augen & Ohren für einen offen halten desto einfacher ist es etwas Passendes zu finden.

Online den richtigen Job finden

Mit der Suche in einer Suchmaschine findet man einfach und bequem eine Vielzahl an Plattformen auf denen aktuelle Ferialjobs von verschiedenen Unternehmen angeboten werden. Hierbei empfiehlt es sich beispielsweise auf http://www.karriere.at/jobs/ferial, http://www.ams.at/ferialjob sowie http://www.absolventen.at/jobs/praktikum-ferialjob. Weitere Möglichkeiten ist es in deiner Gemeinde anzufragen bzw bei Unternehmen in deiner Nähe deren Tätigkeitsfeld dich immer schon interessiert hat.

David Reisner

David Reisner

Ich bin 1987 in Graz geboren und ebenfalls in Graz wohnhaft. Seit 2003 beschäftige ich mich mit der Gestaltung von Finanz-Informationsseiten und setze mich tagtäglich mit einem breiten Spektrum an Themen auseinander. Neben Fokus auf Finanzen interessieren mich auch Nachrichten aus den verschiedensten Bereichen wie Kryptowährungen und Aktienkurse sowie die Entwicklung der Wirtschaft in Österreich. Als Betreiber von finanzer.at liegt mein Fokus darauf, Informationen für LeserInnen aufzubereiten und mit aktuellen Vergleichen dabei zu helfen, die besten Produkte und Lösungen zu finden.