Familienbonus Plus 2019/2020 in Österreich – Rechner, Voraussetzungen, Fragen & Antworten

Paper family cut-out on euro banknotes - Family budget concept

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Familien werden in Österreich oft doppelt belastet. Sie zahlen auf der einen Seite Steuern und sichern durch die Erziehung ihrer Kinder die Zukunft des Landes. Diese Doppelbelastung soll jetzt mit Hilfe des Familienbonus Plus vom Staat honoriert werden.

Dabei werden am dem Jahr 2019 diejenigen Personen entlastet, die arbeiten und gleichzeitig Kinder haben. Davon betroffen sind in Österreich ungefähr 930.000 Familien und ungefähr 1,6 Millionen Kinder. Dieser Personenkreis wird von einer Steuerlast von bis zu 1,5 Milliarden Euro befreit.

Was ist ein Familienbonus Plus in welcher Höhe wird er gewährt?

Bei dem Familienbonus Plus handelt es sich um einen Absetzbetrag in Höhe von 1.500 Euro pro Kind und Jahr, bis das Kind das 18. Lebensjahr vollendet hat.

Das bedeutet, dass die empfangsberechtigte Person ihre Steuerlast um bis zu 1.500 Euro pro Jahr reduziert. Nach dem 18. Geburtstag des Kindes gibt es den Familienbonus Plus in einer Höhe von 500 Euro jährlich, sofern für dieses Kind Familienbeihilfe bezogen wird.

Quelle: https://www.foerderportal.at/familienbonus-plus/

Steuerersparnis durch Familienbonus in Österreich

Damit dann die berechtigten Personen diesen Betrag auch im Geldbeutel spüren, besteht hier die Möglichkeit, diesen Bonus auch im Rahmen der Verrechnung mit Lohn und Gehalt monatlich abzusetzen.

Davon betroffen sind solche Arbeiternehmer, deren Monatsgehalt oder –lohn über 1.250 Euro liegt und die Kinder in Österreich leben. Diejenigen Personen, deren Einkommen unterhalb dieser Grenze liegt, sollen von der ebenfalls geplanten Verbesserung des „Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrages profitieren.

Unter www.familienbonusplus.at vom Bundesministerium für Finanzen (BMF) ist ein Brutto-Netto-Rechner installiert, so dass hier die Interessen jetzt bereits ihre ab 1.1.2019 ihnen zustehende Entlastung durch den Familienbonus Plus berechnen können.

Wie sieht der Familienbonus Plus für Familien mit behinderten Kindern aus?

Bei behinderten Kindern ist der Bonus an die Familienbeihilfe gekoppelt. Wenn Eltern für ein volljähriges und behindertes Kind Familienbeihilfe beziehen, können sie auch ab 2019/2020 den Familienbonus Plus in Anspruch nehmen. Auch eine erhöhte Familienbeihilfe wird nicht angetastet, wenn ein Familienbonus Plus beansprucht wird.

Wird es für den Familienbonus Plus eine Deckelung geben?

Eine Deckelung gibt es nicht. Eine Begrenzung des Familienbonus Plus gibt es nur durch die Höhe der eigenen von der beantragten Person zahlenden Einkommensteuer und die absolute Maximalhöhe des Familienbonus von jährlich 1.500 Euro je Kind bis zu dessen 18. Geburtstag und 500 Euro jährlich pro Kind nach dem 18. Geburtstag des Kindes.

Wenn zum Beispiel die berechtigte Person im Jahr 3.000 Euro Lohnsteuer zu zahlen hat und im Haushalt 2 Kinder unterhalb von 18 Jahren sind, so wird diese Person durch die Inanspruchnahme des Familienbonus Plus zukünftig keine Einkommens- und Lohnsteuer bezahlen und erhält eine Steuerentlastung zu 100 Prozent.

Kann die Steuerentlastung unter den Eltern aufgeteilt werden?

Der Familienbonus Plus kann auf beide Elternteile aufgeteilt oder nur von einem Elternteil bezogen werden. Auch wenn die Elternpaare getrennt leben, ist auch eine Teilung möglich. Die Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Unterhalt vollständig und regelmäßig gezahlt wird.

Aus welchem Grund entfallen der derzeitige Kinderfreibetrag sowie die steuerliche Abzugsfähigkeit der Kinderbetreuungskosten bis zum 10. Lebensjahr des Kindes?

Der Kinderfreibetrag (Höhe 440 Euro je Kinder oder 600 Euro bei Freibetrags-Teilung der Eltern) sowie die Kinderbetreuungskosten (bis zu einer Maximalhöhe von 2.300 Euro pro Jahr für Kinder bis zum 10. Lebensjahr) entfallen durch die Einführung der Familienbonus Plus zum 01.01.2019.

Sinn und Zweck der Einführung der Familienbonus Plus ist es, das Steuersystem einfacher und transparenter zu gestalten. Aus diesem Grund entfallen der Kinderfreibetrag sowie die Abzugsfähigkeit der Kinderbetreuungskosten bis zum 10. Lebensjahr. Bisher war die Regelung auch für den Steuerzahler sehr aufwendig. Durch den Familienbonus Plus entsteht aber eine mehrfacher Wirkung gegenüber den beiden wegfallenden Frei- und Abzugsbeträge.

Bei dem Familienbonus Plus wird die Steuerlast direkt gemindert und somit kommen 1.500 Euro mehr im Geldbeutel des Steuerzahlers an.

Bei den Kinderbetreuungskosten und dem Kinderfreibetrag dagegen verringerte sich nur die Bemessungsgrundlage, die zur Berechnung der Lohn- und Einkommenssteuer als Grundlage dient. Somit sind dann bei der bisherigen Regelung nur 200 bis 300 Euro oder bis 1.150 Euro im Jahr beim Steuerzahler bei einer Maximalausnutzung angekommen.

In welcher Form kann der Familienbonus Plus in Anspruch genommen werden und ab welchem Bruttolohn wirkt sich der Familienbonus Plus aus?

Der Bonus kann entweder über die Lohnverrechnung 2019 (hier dann mit Hilfe des Arbeitgebers) oder durch die Steuererklärung oder Arbeitnehmerveranlagung 2019 im Jahr 2020 mit Auszahlung 2020 in Anspruch genommen werden.

Wenn man sich für die Lohnverrechnung entscheidet, muss dies beim Arbeitgeber beantragt werden. Hierzu wird ab Dezember 2018 das Formular E 30 zur Verfügung gestellt und dieses Formular sollte dann beim Arbeitgeber ausgefüllt abgegeben werden. Das Formular steht auch auf der Webseite vom Bundesministerium für Finanzen zur Verfügung. Auch kann es über die Finanzämter bezogen werden.

In dem Fall bei Beantragung über die Steuererklärung oder die Arbeitnehmerveranlagung muss der Familienbonus Plus über die Beilage I 1.k beantragt werden.

Der Familienbonus Plus kann ab dem ersten Euro für die Steuer ausgenutzt werden. Bei einem Kind wirkt sich der Familienbonus voll ausgeschöpft ab einem monatlichen Bruttoverdienst von ungefähr 1.700 Euro aus.

Wie wird die Regelung für Kinder im Ausland angewandt?

.Der Familienbonus Plus in der vorgesehenen Höhe steht für Kinder im Inland zu. Für Kinder in der Schweiz oder im EU/EWR-Bereich wird der Familienbonus Plus an das dort im Wohnsitzstaat vorhandene Preisniveau entsprechend angepasst. Für Kinder in Drittstaaten, die außerhalb der EU/EWR-Raumes oder der Schweiz wohnen, gibt es keinen Familienbonus Plus.

Wie sieht es mit geringverdienden Eltern aus? Wie sieht es bei Mindestsicherungsempfänger und Arbeitslosen aus?

Die Steuerlast der Eltern wird durch den Familienbonus Plus reduziert. Die Steuerlast entfällt in der Regel bei gering verdienenden Personen, wenn diese niedriger als der Familienbonus Plus ist. Das gilt auch für Mindestsicherungsempfänger und Arbeitslose. Beide Gruppen sind nicht steuerpflichtig.

Quelle: https://www.eltern-forum.at/ratgeber-news/familienbonus/

Wie werden die Fälle behandelt, wenn bei getrennt lebenden Eltern der unterhaltspflichtige Partner den Unterhalt nicht zahlt?

Eine unterhaltszahlungspflichte Person kann den Familienbonus Plus nur für die Monate beanspruchen, für die diese Person auch Unterhalt bezahlt hat. Wenn für das komplette Jahr Unterhalt bezahlt wird, dann steht dieser Person auch der komplette Familienbonus Plus zu. Wenn dies nicht der Fall ist, gibt es den Bonus zu in vermindertem Umfang.

Wenn überhaupt kein Unterhalt bezahlt wird, steht der Person auch kein Bonus zu. Dabei kann dann der andere Elternteil den kompletten Bonus in Höhe von 1.500 Euro (oder 500 Euro nach dem 18. Geburtstag) beanspruchen. Wenn es bei dem anderen Elternteil einen neue (Ehe-)Partner oder Partnerin gibt, besteht dann auch eine Aufteilungsmöglichkeit mit dem neuen Partner für den Familienbonus Plus.

Steht ein Regelung für diejenigen Fälle zur Verfügung, in denen bisher hohe Kinderbetreuungskosten angefallen sind?

Für getrennt lebende Partner gibt es eine Übergangsfrist von 3 Jahren eine Aufteilungsvariante. Diese kommt dann zum Tragen, wenn ein Elternteil hauptsächlich (neben dem Unterhalt) bis zum 10. Kinderlebensjahr für die Kinderbetreuung aufkommt. Dabei müssen die Kinderbetreuungskosten mindestens 1.000 Euro pro Jahr ausmachen. Dann erfolgt die Aufteilung des Familienbonus Plus im Verhältnis 90 Prozent zu 10 Prozent.

David Reisner

David Reisner

Ich bin 1987 in Graz geboren und ebenfalls in Graz wohnhaft. Seit 2003 beschäftige ich mich mit der Gestaltung von Finanz-Informationsseiten und setze mich tagtäglich mit einem breiten Spektrum an Themen auseinander. Neben Fokus auf Finanzen interessieren mich auch Nachrichten aus den verschiedensten Bereichen wie Kryptowährungen und Aktienkurse sowie die Entwicklung der Wirtschaft in Österreich. Als Betreiber von finanzer.at liegt mein Fokus darauf, Informationen für LeserInnen aufzubereiten und mit aktuellen Vergleichen dabei zu helfen, die besten Produkte und Lösungen zu finden.