EZB Chefin Lagarde: Kein Stein soll unberührt bleiben & Interview

Stockfoto-ID: 320940202 Copyright: uskarp, Bigstockphoto.com Frankfurt, Germany - July 2019: Euro Sign at European Central Bank (ECB), the central bank for the euro and administers the monetary policy of the Eurozone in Frankfurt, Germany.

Stockfoto-ID: 320940202
Copyright: uskarp, Bigstockphoto.com
Frankfurt, Germany - July 2019: Euro Sign at European Central Bank (ECB), the central bank for the euro and administers the monetary policy of the Eurozone in Frankfurt, Germany.

Inhalt

+
-

Mit diesen Worten kommentierte Christine Lagarde, die der Europäischen Zentralbank ins Haus stehende Strategie Überprüfung.

Am 1. November 2019 löste die ehemalige Direktorin des IWF (Internationaler Währungsfond) den alten Chef der EZB, Mario Draghi, ab. Seither gab es nur positive Meldungen über die äußerst engagierte Französin, was letztlich jedoch auch darauf zurück zu führen ist, dass sie bisher keine schwerwiegenden Entscheidungen zu treffen hatte. Dies wird sich 2020 aber definitiv ändern.

>> Interview mit IWF-Chefin Christine Lagarde vom 18.01.2018 – Copyright: Phoenix

Überprüfung und Validierung der Strategie

  • Eine große Entscheidung hat die neue EZB – Chefin bisher jedoch schon angekündigt. Man wolle im Jahr 2020, die nun seit fast zwei Jahrzehnten unveränderte Strategie der EZB überprüfen und gegebenenfalls anpassen.
  • Ein kluger Schachzug wenn man bedenkt, dass es für die in Sachen Geldpolitik noch unerfahrene Lagard, so einiges nachzuholen gibt. Denn in dem einen Jahr das für die Dauer der angekündigten Überprüfung bevorsteht, bleibt ihr genug Zeit um sich entsprechend in die Materie einzuarbeiten.

Unveränderte Geld und Zinspolitik

Was den Leitzins betrifft, wolle Lagarde nicht vom Weg ihres Vorgängers abweichen. Dieser wird nach wie vor im negativen Bereich bleiben. Und zwar solang bis die Prognosen der EZB bezüglich der Aussichten auf die Inflation (nahe 2%), eine Anhebung für realistisch halten. Was dies im Klartext bedeutet, wurde leider aber auch nicht auf der ersten EZB – Ratssitzung am 23.1. 2020 definiert.

Fest steht jedenfalls, dass nicht alle Ratsmitglieder der EZB diese Entscheidung für richtig halten. Mehrmals wurde ausdrücklich vor den negativen Auswirkungen dieser Strategie gewarnt.

Weiteres wird man auch die Investition in Vermögensanlagen, in einem Umfang von monatlich 20 Milliarden Euro, fortsetzen. Dies wird solange aufrechterhalten, wie es für die Verstärkung der akkommodierenden Wirkung der Leitzinsen erforderlich ist. Erst kurz bevor man die Zinsen wieder anheben wolle, würde diese Unterstützung eingestellt werden.

<br data-lazy-src=

Das Klima und der Euro

  • Auch der Klimawandel wurde zum Teil in der Ratssitzung thematisiert, da dieser verständlicherweise eine große Bedrohung für die weltweite Finanzstabilität darstellt. Allem voran sei „jeder“ für unser Klima verantwortlich.
  • Leider wurde auch hier nicht verständlich konkretisiert, inwiefern sich die EZB für den Klimaschutz einsetzen wird. Man wolle verschiedene Modelle unter Berücksichtigung der Risiken ausarbeiten und bewerten. Lediglich fielen die Worte „grüne Investitionen“ und „Umwelt – Nachhaltigkeit“.

Sie verstehen nur Bahnhof?

Im selben Atemzug wurde auch erwähnt, dass man die bestehenden Sprachbarrieren zwischen Zentralbank und Normalbürger aufheben wolle, um der Bevölkerung die komplexen Aufgaben der EZB verständlich nahe zu bringen.

Hinsichtlich der teils sehr unverständlich formulierten Antworten von Lagarde, wird auch sichtbar wie dringend es nötig ist. Bestenfalls sollte man damit jetzt schon beginnen, um bei der nächsten Ratssitzung mehr als nur Bürokratisch verschachtelte Antworten darbieten zu können.

David Reisner

David Reisner

Ich bin 1987 in Graz geboren und ebenfalls in Graz wohnhaft. Seit 2003 beschäftige ich mich mit der Gestaltung von Finanz-Informationsseiten und setze mich tagtäglich mit einem breiten Spektrum an Themen auseinander. Neben Fokus auf Finanzen interessieren mich auch Nachrichten aus den verschiedensten Bereichen wie Kryptowährungen und Aktienkurse sowie die Entwicklung der Wirtschaft in Österreich. Als Betreiber von finanzer.at liegt mein Fokus darauf, Informationen für LeserInnen aufzubereiten und mit aktuellen Vergleichen dabei zu helfen, die besten Produkte und Lösungen zu finden.