Der Kleinstunternehmer in Österreich: SVA und steuerliche Aspekte, Regeln, Kleinunternehmer Grenze 2021

Kleinunternehmer und Kleinstunternehmer spielen in Österreich inzwischen eine wichtige Rolle. Zahlreiche Menschen machen mit einem Kleinunternehmen die ersten Schritte in die Selbstständigkeit. Oftmals wird das Kleinunternehmen parallel zum Hauptberuf aufgebaut.

Nach dem Jahreswechsel 2020/2021 muss überprüft werden, ob die Umsatzgrenze von 22.000 € unter oder überschritten wird. Überschreitet der Bruttoumsatz den Grenzwert von 17.500 € bzw. 22.000 € nicht, kann ein Wechsel zur Kleinunternehmerregelung vollzogen werden. (Quelle: JVW Steuerberatung)

Das bedeutet, dass man bereits einen festen Beruf hat, dem man nachgeht und zusätzlich hat man sein Kleinunternehmen, dass ebenfalls aufgebaut wird. Die Versicherungen und Sozialabgaben erfolgen dabei in der Regel direkt über den Hauptberuf, da dieser die primäre Einkommensquelle darstellt. Für das Kleinunternehmen ist darauf zu achten, dass die Erträge natürlich steuerpflichtig sind.

Umsatz und Steuer für Kleinunternehmer – welche Grenzwerte gibt es?

In Österreich gibt es für Kleinunternehmer und Kleinstunternehmer natürlich Richtlinien und Grenzen, was den Umsatz angeht. Die Unternehmer können sich von der Umsatzsteuer befreien lassen, wenn der Umsatz im Jahr nicht mehr als netto 35.000 Euro beträgt. (Erhöhung ab dem JAhr 2020
– Kleinunternehmer Grenze in Österreich gilt dann bis 35.000 € )

Tipp: Beraten lassen

Das bedeutet in der Praxis, dass sie keine Umsatzsteuer auf ihren Rechnungen ausweisen müssen und sich nicht um diese kümmern brauchen. Es ist zu beachten, dass es bei der Berechnung des Umsatzes einige Regeln gibt, die zu berücksichtigen sind. So sind auch steuerfreie Umsätze hinzuzurechnen.

  • Bis 35.000 Euro Umsatz kann man als Kleinunternehmer arbeiten (Änderung ab 2020)
  • 35.000 Euro Grenze darf in 5 Kalenderjahren einmal um 15% überschritten werden
  • Kleinunternehmer müssen keine Umsatzsteuer auf ihren Rechnungen ausweisen

Die Umsatzgrenze kann einmal um einen Wert von 15% innerhalb eines Zeitraumes von 5 Kalenderjahren überschritten werden.

Sollte dies der Fall sein, so kann man weiterhin als Kleinunternehmer seinem Gewerbe nachgehen.

Wer die Grenze häufig oder regelmäßig überschreitet wird schnell feststellen, dass man nicht mehr als Kleinunternehmer arbeiten kann. In diesem Fall wird man automatisch Post vom Finanzamt erhalten und dazu aufgefordert werden, seine Umsatzsteuererklärung abzugeben.

Diese kann in Österreich inzwischen wie auch in Deutschland und in anderen Ländern in Europa komplett digital abgegeben werden.

Für wen lohnt sich die Regelung als Kleinunternehmer in Österreich?

In Österreich lohnt sich die Regelung als Kleinunternehmer vor allem für Unternehmer, die als Kunden keine Geschäftskunden, sondern private Kunden haben.

Der Vorteil besteht darin, dass keine Umsatzsteuer auf die Leistungen und Produkte erhoben wird und dass diese dadurch deutlich günstiger wahrgenommen werden können, als es bei vielen Konkurrenten der Fall ist, die eine Umsatzsteuer erheben müssen, weil sie insgesamt schon z.B. länger am Markt sind und höhere Umsätze mit ihrem Unternehmen erzielen und damit umsatzsteuerpflichtig sind.

Umsatzsteuerverzicht ist freiwillig!

Kleinunternehmer verzichten in der Regel freiwillig auf die Erhebung und Abführung der Umsatzsteuer. Es ist jedoch auch möglich, dass man auf diese Regelung verzichten kann und komplett umsatzsteuerpflichtig wird. Das bedeutet, dass man eine Umsatzsteuer erhebt und diese an das zuständige Finanzamt in Österreich abführen muss.

  • Privatkunden profitieren davon, wenn keine Umsatzsteuer erhoben wird, da die Leistungen für sie günstiger werden
  • Geschäftliche Kunden profitieren davon, wenn sie Umsatzsteuer zahlen und diese als Vorsteuer geltend machen können

Dies kann dazu führen, dass die Leistungen für den Endkunden teurer werden, weil dieser jetzt Steuern zahlen muss. Vorteile ergeben sich bei der Erhebung der Umsatzsteuer vor allem für Kunden, die zum Vorsteuerabzug berechtigt sind.

Wann ist ein Unternehmen vorsteuerabzugberechtigt?

Das bedeutet, dass wenn es sich um Kunden handelt, die selbst Unternehmer sind und die entsprechende Steuern zahlen müssen, kann dies von Vorteil sein, wenn das Unternehmen entsprechend die Umsatzsteuer zahlen muss und diese selbst als Vorsteuer wieder steuerlich mit der eigenen Umsatzsteuer verrechnen kann.

In welchen Branchen starten Kleinunternehmer in Österreich durch?

In Österreich gibt es sehr viele Kleinunternehmer, die sich im Sektor der Dienstleistungen selbstständig machen. Gerade digitale Dienstleistungen sowie z.B. Consulting Services werden in Österreich häufig vermarktet und angeboten.

Das bedeutet konkret, dass zum Beispiel Beratungsdienstleistungen für Firmen angeboten werden, die digital wahrgenommen werden können. Darüber hinaus gibt es im Internet eine Menge an Selbstständigen, die ihr eigenes Geld z.B. durch die Gestaltung von Webseiten oder durch das Online Marketing erzielen können.
Oftmals sind es Einzelunternehmer, die in Österreich als Kleinunternehmer arbeiten. Sie haben in der Regel einen Hauptberuf und möchten sich über die Selbstständigkeit ein zweites Standbein schaffen und entsprechend einen Zusatzverdienst erzielen.

In der Praxis bedeutet dies, dass sie meist z.B. am Abend nach ihrem Hauptberuf als Selbstständiger noch etwas arbeiten. Wer einen Hauptberuf hat, bei dem er flexibel arbeiten kann und bei dem z.B. auch über das Home Office gearbeitet werden kann, der kann sich Reisezeiten zwischen dem Arbeitsplatz und dem Home Office sparen und direkt von zu Hause aus durchstarten.

  • Kleinunternehmer arbeiten meist zusätzlich in einem Hauptberuf
  • Häufig werden digitale Berufe genutzt
  • Kleinunternehmer wollen sich oft etwas dazu verdienen oder ihren Traum realisieren

Wer ein Kleinunternehmen hat, muss dieses in der Regel bei seinem Arbeitgeber anmelden. Das bedeutet konkret, dass der Vorgesetzte damit einverstanden sein muss, dass man noch einem Gewerbe nachgeht, oder einen zweiten Job hat.

In den meisten Fällen wird von Seiten des Arbeitgebers vor allem darauf geachtet, dass man mit diesem zweiten Job, bzw. mit diesem Gewerbe keinen Konflikt in seinem Hauptberuf hat. Das bedeutet konkret, dass keine Konflikte mit den Inhalten im Hauptberuf vorhanden sind und gleichzeitig, dass es auch keine zeitlichen Differenzen zwischen dem Hauptjob und dem Nebenjob gibt. Es ist darauf zu achten, dass alles korrekt voneinander getrennt wird und dass natürlich auch die gesetzliche maximale Arbeitszeit eingehalten wird.

David Reisner

David Reisner

Ich bin 1987 in Graz geboren und ebenfalls in Graz wohnhaft. Seit 2003 beschäftige ich mich mit der Gestaltung von Finanz-Informationsseiten und setze mich tagtäglich mit einem breiten Spektrum an Themen auseinander. Neben Fokus auf Finanzen interessieren mich auch Nachrichten aus den verschiedensten Bereichen wie Kryptowährungen und Aktienkurse sowie die Entwicklung der Wirtschaft in Österreich. Als Betreiber von finanzer.at liegt mein Fokus darauf, Informationen für LeserInnen aufzubereiten und mit aktuellen Vergleichen dabei zu helfen, die besten Produkte und Lösungen zu finden.