Das Unternehmensgründerprogramm (UGP) in Österreich – Von der Arbeitslosigkeit in die Selbstständigkeit – Vorteile, Voraussetzungen, Teilnahme

Wer ein eigenes Unternehmen in Österreich gründen möchte, der kann am so genannten Unternehmensgründerprogramm, kurz UGP teilnehmen.

Dieses soll dabei helfen, ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Gerade für Personen, die z.B. in Arbeitslosigkeit leben ist es hilfreich, wenn sie unterstützt werden und den Schritt in das Berufsleben in Form der Selbstständigkeit schaffen.

Das UGP soll dabei helfen, die richtigen Schritte in Richtung Beschäftigung und Selbstständigkeit zu gehen und dafür zu sorgen, dass es keine Probleme gibt.

Finanzielle Unterstützung für UGP TeilnehmerInnen

Im Alltag wird das UGP durch den Arbeitsmarktservice in Österreich, kurz AMS zur Verfügung gestellt. Das UGP wird in Österreich in insgesamt 4 Phasen gegliedert.

Wichtig: Lassen Sie sich beraten

Neben einer inhaltlichen Komponente gibt es auch finanzielle Unterstützung für alle, die am UGP teilnehmen wollen und dazu berechtigt sind. Die staatliche Unterstützung kann in diesem Fall dazu führen, dass langfristig erfolgreich eine eigene Firma geführt wird.

Welche Voraussetzungen sind für das UGP zu erfüllen?

Wer am UGP durch den AMS teilnehmen möchte, muss über das AMS auch als arbeitslos gemeldet sein. Dies ist eine Voraussetzung, die zu erfüllen ist, damit man überhaupt am UGP teilnehmen kann.

Darüber hinaus braucht man in jedem Fall ein eigenes Konzept, bzw. eine eigene Idee für die Teilnahme am UGP. Nur wer weiß, was er als Selbstständiger erreichen möchte, kann auch am UGP teilnehmen. Darüber hinaus ist es notwendig, dass eine entsprechende fachliche Qualifikation vorhanden ist.

  • Qualifikation für die Selbstständigkeit muss vorhanden sein
  • Eigenes Konzept muss ausgearbeitet werden
  • Bewerberinnen und Bewerber müssen beim AMS arbeitslos gemeldet sein
  • Es darf kein Pfändungsverfahren vorliegen
  • Man darf nicht in den vergangenen 3 Jahren SVA pflichtversichert gewesen sein

Wer zum Beispiel als Selbstständiger Metzger arbeiten möchte, braucht auch den Nachweis über eine entsprechende Ausbildung. Gleiches gilt, wenn man zum Beispiel als selbstständiger Lehrer oder aber auch als selbstständiger Coach und Trainer arbeiten will.

Wer eine entsprechende Ausbildung im Vorfeld absolviert hat, kann in jedem Fall davon profitieren und am UGP teilnehmen.

Wer darf nicht am UGP in Österreich teilnehmen?

Personen, die sich gerade in einem Pfändungsverfahren befinden, dürfen nicht am UGP in Österreich teilnehmen. Das gleiche gilt auch für Personen, die binnen der vergangenen 3 Jahre bei der SVA pflichtversichert gewesen sind und für Personen, die nicht hauptberuflich, sondern nur im Nebenberuf selbstständig sein möchten.

Wie gehe ich beim UGP vor?

Die eigene Geschäftsidee muss in jedem Fall schriftlich fixiert und ausformuliert werden. Die entsprechenden Dokumente und Motivationsschreiben müssen den verantwortlichen Personen des UGP beim AMS vorgelegt werden.

Letztendlich wird dieses dann in einer Expertenkommission darüber entscheiden, ob die Teilnahme am UGP möglich ist und wie man die Geschäftsidee der Person fördern möchte.

Das Gremium der UGP prüft die Geschäftsidee in jedem Fall auch hinsichtlich des möglichen Erfolges. Wenn das Gremium der Meinung ist, dass keine Möglichkeit besteht, erfolgreich zu sein, bzw. damit Geld zu verdienen, so ist es wahrscheinlich, dass sich die Kommission dagegen entscheidet, dieses Vorhaben zu unterstützen.

Es ist also im Vorfeld sehr wichtig, genau zu klären, womit man sein Geld verdienen möchte und wie man seine Ziele erreichen will, so dass das UGP auch überzeugt werden kann.

Wie funktioniert die Teilnahme am UGP? – 4 Phasen müssen durchlaufen werden!

In Österreich ist es üblich, dass insgesamt 4 Phasen durchlaufen werden, wenn man am UGP teilnehmen möchte.

Zunächst befindet man sich in einer so genannten Klärungsphase. Diese Phase dient dazu, den zuständigen Beratern des AMS das Vorhaben genau zu erklären. Alle Ideen und Ziele müssen komplett erläutert werden. Das komplette Konzept wird dem Berater vorgelegt und kann schon darauf hin durchleuchtet werden, ob es realisierbar ist und ob die Chance auf eine Unterstützung durch das UGP besteht.

  • Phase 1: Erläuterung und Ausarbeitung der Idee
  • Phase 2: Vorbereitung auf die Umsetzung
  • Phase 3: Umsetzung und Gewerbeanmeldung
  • Phase 4: nachträgliche Betreuung

Es wird überlegt, ob die finanziellen Voraussetzungen vorhanden sind, um die Selbstständigkeit zu starten. Darüber hinaus wird darauf geachtet, ob die fachliche Qualifikation vorhanden ist und natürlich auch, ob die Idee selbst die Chance auf eine Gewinnerzielung hat, bzw. Produkt oder Dienstleistung in Frage kommen und es Kunden und Interessenten dafür gibt.

Wenn alle Punkte zutreffen erhält der Teilnehmer, bzw. die Teilnehmerin eine Liste an Fragen durch das UGP, welche zu dem Vorhaben beantwortet werden müssen.

Die Beantwortung der Fragen erfolgt schriftlich und sorgt dafür, dass eine Prüfung durch das UGP erfolgen kann. Sofern diese Schritte durchlaufen sind, geht es in die zweite Phase, die so genannte Vorbereitungsphase.

Die Vorbereitungsphase kann erst begonnen werden, wenn das komplette Projekt für die Selbstständigkeit durch das UGP genehmigt worden ist. In der Phase der Vorbereitung kann man an Seminaren sowie als auch an Workshops teilnehmen, die dabei helfen, die Selbstständigkeit zu erlernen und wichtige Teile davon zu verstehen. Es gibt die Möglichkeit, dass man zusätzlich eine Einzelberatung nutzen kann oder aber auch eine Beratung zusammen mit anderen Personen, die ebenfalls im UGP aktiv sind. Kosten entstehen dabei für den Bewerber, bzw. für die Bewerberin nicht.

Es folgt die Phase, in welcher das Vorhaben realisiert wird, also die Geschäftsidee umgesetzt werden kann. Zunächst ist es dazu erforderlich, dass ein Gewerbe angemeldet wird. Dieser Schritt dauert nur wenige Minuten und muss bei den Behörden vor Ort vollzogen werden. Während der gesamten Zeit der Gründung kann man weiterhin kostenfreie Beratungen durch das UGP vom AMS erhalten.

Beratungen durch das UGP für TeilnehmerInnen

Nachdem das Unternehmen erfolgreich gegründet wurde ist es möglich, dass man eine nachträgliche Betreuung erhält. Diese kann in den ersten beiden Jahren nach der Gründung wahrgenommen werden. Es besteht die Möglichkeit, dass zwei Jahre lang kostenfrei Beratungen durch das UGP wahrgenommen werden können.

Im Rahmen des UGP kann eine finanzielle Unterstützung realisiert werden. Wie hoch diese genau ausfällt, muss auch im Einzelfall durchgesprochen werden. Anzumerken ist, dass das UGP für einen Zeitraum von insgesamt 6 Monaten angedacht wird. Es ist jedoch auch möglich, dass im Rahmen einer begründeten Ausnahme die Förderung über einen Zeitraum von 9 Monaten möglich gemacht wird.

David Reisner

David Reisner

Ich bin 1987 in Graz geboren und ebenfalls in Graz wohnhaft. Seit 2003 beschäftige ich mich mit der Gestaltung von Finanz-Informationsseiten und setze mich tagtäglich mit einem breiten Spektrum an Themen auseinander. Neben Fokus auf Finanzen interessieren mich auch Nachrichten aus den verschiedensten Bereichen wie Kryptowährungen und Aktienkurse sowie die Entwicklung der Wirtschaft in Österreich. Als Betreiber von finanzer.at liegt mein Fokus darauf, Informationen für LeserInnen aufzubereiten und mit aktuellen Vergleichen dabei zu helfen, die besten Produkte und Lösungen zu finden.