Arbeitsrecht – Kündigungsfrist 2020 in Österreich

Wichtig: Vorab nach neuem Job umsehen

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Wenn Sie eine neue Stelle antreten möchten, dann müssen Sie bei Ihrer vorhergehenden Tätigkeit kündigen.

Hierbei gilt es, die jeweiligen Kündigungsfristen zu beachten. Auch innerhalb der Probezeit kann die Kündigungsfrist eine wichtige Rolle spielen – egal, ob Sie selbst kündigen oder gekündigt werden.

Tipp: Um sich aktuell zum Thema Arbeitsrecht & Kündigungsfrist im Jahr 2020 in Österreich zu informieren können Sie sich mit einem Rechtsanwalt in Verbindung setzen, die Arbeiterkammer in ihrer Nähe fragen (oder via Hotline) oder mit ihrem Betriebsrat Kontakt aufnehmen. In jedem Fall gilt: Informieren Sie sich an geeigneter Stelle.

Das Wichtigste zur Kündigungsfrist 2020 in Österreich

  • Kündigungsfrist laut Gesetz einen Monat lang
  • Arbeits- und Kollektivverträge können abweichende Kündigungsfristen regeln
  • Postensuchtage meist nur gewährt, wenn Arbeitnehmer gekündigt hat
  • Bei Eigenkündigung Sperrfrist für das Arbeitslosengeld beachten
  • Kündigung am besten schriftlich
  • Kündigungseingang bestätigen lassen und Postweg beachten

Was unterscheidet befristete und unbefristete Arbeitsverhältnisse?

Wichtig: Vorab nach neuem Job umsehen
Wichtig: Vorab nach neuem Job umsehen

Wenn Sie selbst kündigen, dann handelt es sich dabei um eine sogenannte Arbeitnehmerkündigung, da Sie als Arbeitnehmer die Tätigkeit beenden möchten. Mit einer Arbeitnehmerkündigung beenden Sie ein unbefristetes Arbeitsverhältnis. Wenn Sie sich in einer befristeten Tätigkeit befinden, dann endet das Arbeitsverhältnis nach Ablauf der Befristung automatisch.

Häufig werden Stellen etwa auf sechs Monate oder ein Jahr befristet. Sie müssen hier nicht kündigen, sondern können den Ablauf der Befristung abwarten.

Anders ist es bei unbefristeten Stellen, bei denen das Arbeitsverhältnis theoretisch bis zum Eintritt in den Ruhestand fortgesetzt wird – insofern keine Kündigung erfolgt.

Sollten Sie schriftlich oder mündlich kündigen?

In Österreich gibt es keine gesetzliche Regelung, die eine bestimmte Kündigungsform vorsieht. Sie können schriftlich oder mündlich kündigen. Ausnahmen bestehen nur dann, wenn Dienstverträge eine bestimmte Kündigungsform (meist schriftlich) vorschreiben.

  • Aus Beweisgründen ist es aber besser, schriftlich zu kündigen. Wenn Sie die Kündigung persönlich überbringen, dann lassen Sie sich die Übergabe bestätigen, etwa indem Sie eine Kopie mit Datum und Unterschrift des Empfängers signieren lassen.

Senden Sie die Kündigung per Post, dann beachten Sie die Dauer des Postweges. Die Kündigung ist nicht mit dem Datum des Absendens des Briefes wirksam, sondern erst mit dem Tag, an welchem der Arbeitgeber Ihren Brief erhält. Erst an diesem Tag beginnt die Kündigungsfrist. Entscheidend ist also, wann der Arbeitgeber von der Kündigung erfährt – entweder mündlich, durch Übergabe einer Kündigung oder durch postalische Zustellung.

Wann müssen Sie die Kündigung abschicken?

Der Kündigungstermin ist das Datum, an welchem das Arbeitsverhältnis beendet werden soll. Hierbei handelt es sich um den letzten Tag des Arbeitsverhältnisses und nicht um den Tag, an welchem Sie die Kündigung abschicken oder aussprechen.

Beträgt die Kündigungsfrist gemäß Ihrem Arbeitsvertrag etwa einen Monat und kann zum Monatsletzten gekündigt werden, dann müssten Sie etwa am 30.04. kündigen, damit das Arbeitsverhältnis am 30.05. tatsächlich beendet wird. In diesem Beispiel ist die Kündigungsfrist genauso, wie vom Gesetzgeber vorgegeben. In vielen Arbeitsverträgen finden Sie Aussagen und Regelungen zur Kündigungsfrist. Ist nichts dazu im Arbeitsvertrag geregelt, dann beträgt die Kündigungsfrist einen Monat.

Wie ist die gesetzliche Kündigungsfrist?

Ist nichts Abweichendes vereinbart, dann beträgt die Kündigungsfrist bei Angestellten jeweils einen Monat, wobei zum Monatsletzten gekündigt werden kann. In manchen Arbeitsverträgen sind längere Kündigungsfristen geregelt. Das betrifft etwa Positionen, die nicht schnell wieder neu besetzt werden können, etwa bei Führungspositionen oder im medizinischen Bereich. Hier können Kündigungsfristen bis zu sechs Monaten festgelegt werden. Kürzere Fristen gibt es in der Probezeit – etwa 14 Tage.

Bei Arbeitnehmern sind die entsprechenden Fristen meistens in den Kollektivverträgen bestimmt. Sie sollten daher vor der Kündigung in Ihrem Kollektivvertrag nachschauen, welche Fristen für eine Kündigung bestehen. Im Zweifelsfall können Ihnen die zuständige Fachgewerkschaft oder die Arbeiterkammer Auskunft zu den Fristen und Kündigungsterminen geben.

Was passiert, wenn die Kündigungsfrist nicht eingehalten wird?

Auch eine Kündigung, die verspätet erfolgt und nicht rechtzeitig abgegeben wird, kann das Arbeitsverhältnis zum genannten Termin beendet werden. Selbst wenn Sie die Kündigungsfrist nicht richtig beachten, dann endet das Arbeitsverhältnis zu dem Termin, welchen Sie in der Kündigung genannt haben. Damit können aber negative Folgen verbunden sein. Sie verlieren etwa den Anspruch auf Urlaubsersatzleistung aus dem aktuellen Kalenderjahr. Urlaubstage, die Ihnen ansonsten ausbezahlt werden, weil Sie diese noch nicht genommen haben, können dann verfallen.

  • Auch Sonderzahlungen, wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, können wegfallen. Sogar eine Schadensersatzpflicht kann resultieren, weil Sie dem Arbeitgeber nach Ihrem Vertrag noch weitere Arbeitstage „schuldig“ sind, die aufgrund der Verletzung der Kündigungsfrist nicht eingehalten wurden. Sinnvoller ist es daher, die Kündigungsfrist zu beachten.

Was ist eine Dienstfreistellung?

Wenn Sie gekündigt haben und während der nun laufenden Kündigungsfrist nach Ihrem Vertrag noch arbeiten müssten, gewähren viele Arbeitgeber eine Dienstfreistellung. Sie verzichten also darauf, dass Sie die noch fälligen Arbeitsleistungen innerhalb er Kündigungsfrist erbringen müssen. Dies ist aber ein freiwilliges Angebot des Arbeitgebers und nicht verpflichtend. Während der Dienstfreistellung erhalten Sie weiterhin Ihr Gehalt, so als würden Sie ganz normal arbeiten gehen.

Der Grund für die Dienstfreistellung liegt darin, dass Arbeitnehmer nicht möchten, dass Arbeitnehmer, die das Unternehmen bald verlassen, in den letzten Tagen nur reduziert arbeiten oder gar wichtige Informationen zu einem anderen Unternehmen mitnehmen, bei dem nach der Kündigung eine Tätigkeitsaufnahme erfolgt.

Wann stehen Ihnen Postensuchtage zu?

Postensuchtage bieten Ihnen die Möglichkeit, sich nach einer Kündigung auch während der Kündigungsfrist frei zu nehmen, um sich auf neue Stellen zu bewerben. Entsprechend der Bezeichnung sind diese Tage dafür da, dass Sie sich um einen neuen Posten kümmern können.

  • Gesetzlichen Anspruch auf Postensuchtage haben Sie nur dann, wenn Sie gekündigt werden.

Wenn Sie selbst gekündigt haben, dann besteht kein Anspruch auf diese besondere Art der Freistellung. Ihr Arbeitsvertrag oder der Kollektivvertrag können aber andere Regelungen beinhalten. So kann es im Kollektivvertrag festgelegt sein, dass Sie selbst dann Anspruch auf bezahlte Freizeit zur Arbeitssuche haben, wenn Sie selbst die Kündigung ausgesprochen hatten. Hierzu sollten Sie in Ihrem Kollektivvertrag Einsicht nehmen. Beachten Sie zudem, dass eine Sperrfrist von vier Wochen für das Arbeitslosengeld gilt, wenn Sie selbst kündigen. Wurden Sie gekündigt, dann besteht diese Sperrfrist nicht.

David Reisner

David Reisner

Ich bin 1987 in Graz geboren und ebenfalls in Graz wohnhaft. Seit 2003 beschäftige ich mich mit der Gestaltung von Finanz-Informationsseiten und setze mich tagtäglich mit einem breiten Spektrum an Themen auseinander. Neben Fokus auf Finanzen interessieren mich auch Nachrichten aus den verschiedensten Bereichen wie Kryptowährungen und Aktienkurse sowie die Entwicklung der Wirtschaft in Österreich. Als Betreiber von finanzer.at liegt mein Fokus darauf, Informationen für LeserInnen aufzubereiten und mit aktuellen Vergleichen dabei zu helfen, die besten Produkte und Lösungen zu finden.