Alleinverdienerabsetzbetrag 2020 in Österreich – AVAB Höhe & Arbeitnehmerveranlagung/Lohnsteuerausgleich

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Alleinverdienerabsetzbetrag in Österreich – welche Beträge kann ich geltend machen?

In Österreich haben Alleinverdiener die Möglichkeit, einen Absetzbetrag jedes Jahr steuerlich geltend zu machen. Jährlich steht den Menschen in Österreich dazu eine Summe in Höhe von 364 Euro zu.

Alleinverdienerabsetzbetrag 2019/2020 – Höhe und Staffelung

Quelle: https://www.bmf.gv.at/

Anzumerken ist, dass jeder als Alleinverdiener gilt, wenn er steuerpflichtig ist und mehr als 6 Monate im Kalenderjahr mit dem Ehepartner zusammenlebt und mindestens ein Kind hat, für das mehr als sechs Monate im Jahr die Familienbeihilfe gezahlt wird.

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Es ist möglich, dass im Jahr bis zu 6.000 Euro verdient werden, wobei hier schon das Wochengeld anzurechnen ist. Zu dem Alleinverdienerabsetzbetrag gibt es in Österreich einen so genannten Kinderzuschlag. Dieser ist nach der Anzahl der Kinder gestaffelt.

  • Für das erste Kind beläuft sich der Kinderzuschlag in Österreich auf 130 Euro
  • Für das zweite Kind beläuft sich der Kinderzuschlag in Österreich auf 175 Euro
  • Für das dritte und jedes weitere Kind beläuft sich der Kinderzuschlag in Österreich auf 220 Euro

Sollten im Haushalt insgesamt zwei Kinder leben, so gibt es einen Absetzvertrag in Höhe von 130 Euro für das erste Kind und zusätzlich 175 Euro für das zweite Kind. Weitere Kinder werden hier ebenfalls gemäß der Höhe des Abschlages hinzu addiert.

Wenn also im Haushalt insgesamt drei Kinder vorhanden sind bedeutet dies, dass für das erste Kind ein Abschlag in Höhe von 130 Euro geltend gemacht werden kann, für das zweite Kind 175 Euro und für das dritte Kind 220 Euro. Die Abschläge sind insgesamt zu summieren.

Bei vier oder mehr Kindern sind die oben genannten Abschläge zu berücksichtigen und für jedes weitere Kind werden zusätzliche 220 Euro geltend gemacht.

Sollte es der Fall sein, dass die Einkommenssteuer insgesamt so niedrig ist, dass es durch den Alleinverdienerabsetzbetrag zu keinerlei Auswirkungen kommt, führt dies automatisch zu einer Gutschrift des Absetzbetrages inklusive des Kinderzuschlags. Die entsprechenden Anträge kann man direkt beim Finanzamt des Wohnsitzes stellen, welches natürlich auch entsprechend weitere Auskünfte geben kann. Das Bundesministerium für Finanzen informiert in Österreich unter anderem über seine Webseite über das Steuerrecht.

Was gibt es wichtiges über den Alleinverdienerabsetzbetrag zu wissen?

Es ist anzumerken, dass der Alleinverdienerabsetzbetrag in jedem Fall nur einer Person zusteht. Das bedeutet, dass genau festgelegt werden muss, wer den Absetzbetrag erhält.

Sollten Ehepartnerin und Ehepartner entsprechend entscheiden, wer den Absetzbertrag erhält, dann ist es notwendig, dass geschaut wird, wer die höheren Einkünfte erzielt, denn diese Person erhält dann den höheren Absetzbetrag. Sollten die Einkünfte gleich hoch sein, oder keine Einkünfte vorhanden sein, bedeutet dies automatisch, dass der Absetzbetrag der Frau zugeführt wird. Eine Ausnahme ist es, wenn der Mann den Haushalt überwiegend führt.

Welche Einkommensgrenzen gelten für den Partner, bzw. Ehepartner?

Grundsätzlich sind die steuerpflichtigen Einkünfte, die zu berücksichtigen sind, wenn es darum geht, dass die Einkommensgrenzen ermittelt werden. Das bedeutet konkret, dass nicht nur das monatliche Gehalt, sondern auch sonstige Bezüge wie z.B. das 13. Oder das 14. Monatsgehalt berücksichtigt werden. Die Freigrenze liegt hier bei 2.100 Euro jährlich. Auch so genannte Abfertigungen oder Pensionsabfindungen müssen berücksichtigt werden.

Es gibt eine Reihe von Beträgen, bei denen noch Abzüge vorzunehmen sind. In der Praxis handelt es sich hierbei um die so genannten Sozialversicherungsbeiträge. Auch Beiträge für Interessensvertretungen können abgezogen werden. Die Werbungskosten werden abgezogen und auch die Pendlerpauschale kann bei der Berechnung der Einkommensgrenze mildernd berücksichtigt werden.

Abzuziehen sind auch Überstunden oder Zuschläge für Arbeit am Wochenende sowie an Feiertagen, sofern dies steuerfrei möglich ist. Grundsätzlich werden auch Gefahrenzulagen sowie z.B. Zulagen bei Nachtarbeit berücksichtigt und können dazu führen, dass die Einkommen gemindert werden.

Wie ist mit dem Grenzbetrag bei einer Ehe oder Scheidung sowie im Todesfall zu verfahren?

Grundsätzlich ist immer von den Einkünften des gesamten Jahres auszugehen. Das bedeutet, dass wenn eine Ehe innerhalb des Jahres geschlossen wird, sind die Beträge vor der Eheschließung und nach der Eheschließung zu berücksichtigen.

Anzumerken ist auch, dass bei einer Scheidung die Einkünfte des früheren Partners, bzw. der früheren Partnerin zu berücksichtigen sind. Gleichzeitig gilt dies im Todesfall, sofern die Person davor entsprechende Einkünfte hatte, die zu berücksichtigen sind.

Wie kann ich den Alleinverdienerabsetzbetrag geltend machen? – welches Formular ist notwendig?

Wer den Alleinverdienerabsetzbetrag geltend machen möchte, kann dies während des laufenden Kalenderjahres gegenüber dem Arbeitgeber mit Hilfe des Formulars E 30 erledigen. Hierbei sollte natürlich angegeben werden, wie viele Kinder vorhanden sind, damit auch der Kinderzuschlag passend berücksichtig werden kann.

Sollte es der Fall sein, dass eine Person bei mehreren Firmen einen Arbeitsvertrag hat und diesem nachgeht, so ist es erforderlich, dass nur bei einem Arbeitgeber die entsprechenden Beträge für die Kinder geltend gemacht werden können.

Sollten sich die Bedingungen ändern und zum Beispiel das Einkommen des Partners oder der Partnerin steigen, führt dies dazu, dass innerhalb eines Monats der Arbeitgeber darüber informiert werden muss, da sich die Absetzungsbeträge jetzt ändern, bzw. sie z.B. entfallen.

Sollte man vergessen, beim Arbeitgeber den entsprechenden Absetzbetrag geltend zu machen, führt dies dazu, dass der Absetzbetrag für Alleinerzieher nachträglich beim Finanzamt geltend gemacht werden kann und in der Arbeitnehmerinnenveranlagung aufgelistet wird.

Sollte der Alleinverdienerabsetzbetrag bereits beim Arbeitgeber berücksichtigt worden, ist es dennoch erforderlich, dass dieser bei der Veranlagung erwählt wird, bzw. die Daten dazu angegeben werden. Sollte dies nicht der Fall sein, wird es dazu kommen, dass der Alleinverdienerabsetzbetrag im Nachhinein versteuert werden muss.

David Reisner

David Reisner

Ich bin 1987 in Graz geboren und ebenfalls in Graz wohnhaft. Seit 2003 beschäftige ich mich mit der Gestaltung von Finanz-Informationsseiten und setze mich tagtäglich mit einem breiten Spektrum an Themen auseinander. Neben Fokus auf Finanzen interessieren mich auch Nachrichten aus den verschiedensten Bereichen wie Kryptowährungen und Aktienkurse sowie die Entwicklung der Wirtschaft in Österreich. Als Betreiber von finanzer.at liegt mein Fokus darauf, Informationen für LeserInnen aufzubereiten und mit aktuellen Vergleichen dabei zu helfen, die besten Produkte und Lösungen zu finden.